Zum Wappen von Abt Michael
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| Wahlspruch und Wappen von Abt Michael Reepen |
In der Fachsprache der Heraldik, der Forschung der Wappenkunde, lautet die Beschreibung des Wappens folgendermaßen:
„Im goldenen Schild oben 7 (leicht versetzt 3/ 4) rote Feuerzungen. Darunter ein Springbrunnen mit 7 blauen Wasserfontänen aus einer flachen schwarzen Schale aufsteigend.“
„In der Freude des Heiligen Geistes“.
Wie stelle ich Freude dar? -
Springbrunnen, der mit seinem Plätschern lacht, mit seinen Fontänen tanzt, mit seinem vielfältigen Hüpfen erfreut.
Wie stelle ich Heiligen Geist dar, wenn ich nicht die Taube bemühen möchte? - In den Feuerzungen, dem anderen biblischen Bild.
Sieben ist die Heilige Zahl, die Geistzahl in den sieben Gaben, die kosmische Zahl in den Wochentagen, die ganze vom Schöpfer gemachte Zeit in ihrem Rhythmus.
„Ich gebe Euch für alle Tage den Beistand“ als Glut und Feuer, als Kühlung und Lebensquell - denken wir an die Taufe.
Nehmen wir die Farben ins Betrachten.
Das Gelb, Gold steht für die Sonne. Es ist die Farbe der Hoheit, des Ansehens, des Verstandes.
Das Rot ist die Farbe von Leidenschaft, Blut, Wärme, Feuer. Die Farbe der Hingabe.
Das Blau die Treue, Beständigkeit wie die Quelle, jahraus, jahrein.
Die drei Farben sind auch die Grundfarben, aus denen alle anderen entstehen.
Gelb und Blau werden zusammen Grün: Grünkraft Leben.
Blau und Rot ergeben Purpur, Violett, die religiöse Farbe.
Feuer und Wasser sind einander entgegengesetzte Elemente.
Für Abt Michael war es wichtig, die Integration beider Kräfte auf einem Bild darzustellen. Aus Spannungen fruchtbares Leben machen.
Die Fontänen entspringen aus der schwarzen Schale des Brunnens. Am Brunnen ist Menschenwerk beteiligt. Die Brunnenschale wäre in der Realität vermutlich aus Stein. Das Element der Erde, auch der Erdenschwere, der Erdenzeit.
Schwarz ist in der Heraldik die Farbe der Trauer, des Leides auch. Als Edelstein ordnet man ihr bezeichnenderweise den Diamanten, den härtesten Stein zu.
Der Wahlspruch stammt aus dem Fastenzeitkapitel. Eigentlich hat unser Leben immer etwas von Anweg erst auf Ostern. Herbe Zeit ist gemeint. In solchen schwarzen, steinernen, schweren Zeiten soll uns das Bewegliche des Geistes, seine Taufgnade, sein Pfingstfeuer gegenwärtig sein. Wappen sind ja aus Schilden für den Ritter entstanden. Soll dieses Wappen uns im mönchischen Dienst wappnen.
Abt Michael und uns mit ihm.
P. Meinrad