Aktuelles aus dem Recollectio-Haus

Juli 2009

Erfahrungsberichte von Recokursen 

 

 

 

 

 

 

 

April 2009

Tausendster Besucher im Recollectio-Haus

Das Recollectio-Haus der Abtei Münsterschwarzach wird in diesen Tagen seinen tausendsten Gast begrüßen. In den 18 Jahren seines Bestehens wurden inzwischen fast 60 Kurse angeboten für Priester, Ordensleute und hauptamtliche kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich eine Auszeit gönnen wollen oder in einer Krise befinden. Seit kurzem wird das Recollectio-Haus neben den Diözesen Augsburg, Freiburg, Limburg, Mainz, München-Freising, Rottenburg-Stuttgart und Würzburg auch von der Erzdiözese Paderborn finanziell mitgetragen und mitgefördert.

Wie der Leiter des Recollectio-Hauses Dr. Wunibald Müller mitteilte, war das Interesse an einem Aufenthalt im Recollectio-Haus noch nie so groß wie zur Zeit. Die Kurse sind ausgebucht und es gibt Wartelisten. Die große Nachfrage führt er darauf zurück, dass immer mehr Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die spüren, dass sie an ihre Grenzen geraten oder alleine nicht mehr weiter wissen, bereit dazu sind, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dazu kommt, dass sich das Image des Recollectio-Hauses in den letzten Jahren verändert hat. Wurde früher das Recollectio-Haus mit kirchlichen Mitarbeitern assoziiert, die psychisch krank sind, ihr Amt aufgeben bzw. den Orden verlassen möchten, wird das Recollectio-Haus inzwischen mehr als ein Ort gesehen, an dem die Gäste sich neu orientieren, seelisch und spirituell auftanken, die Chancen, die in einer Krise liegen können, für sich nutzen und gestärkt und neu motiviert in ihren Dienst zurückgehen.

Die Gründe für einen Aufenthalt im Recollectio-Haus sind in im Wesentlichen die gleichen geblieben. Vielen geht es darum, sich eine Auszeit zu gönnen, Zeit zu haben für sich, Zeit zu haben über ihr persönliches und berufliches Leben nachzudenken und wieder mehr als bisher die Beziehung zu Gott zu pflegen. Zugenommen haben Probleme, die sich aus der beruflichen Überforderung ergeben, die zu körperlicher Erschöpfung und innerem Ausbrennen führen, sowie Probleme im Zusammenhang mit dem privaten Lebensstil, etwa eine zunehmende Vereinsamung und einhergehend damit ein ungesunden Gebrauch des Internets.

Während früher nur Langzeitkurse von neun bis 12 Wochen angeboten wurden, gibt es jetzt auch einmal im Jahr einen Vierwochenkurs für kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die vor einem Stellenwechsel stehen. Das spirituelle und therapeutische Konzept des Recollectio-Hauses hat sich bewährt. Stärker als früher wird in den letzten Jahren der körperlichen Aktivierung Aufmerksamkeit geschenkt. Dies zeigt sich u.a. in Angeboten wie Walken, Schwimmen, Reiten, Aikido und Tanzen.

Das Recollectio-Haus der Abtei Münsterschwarzach ist die einzige Einrichtung dieser Art im deutschsprachigen Raum. Es hat sich bewährt, dass die Abtei der Träger der Einrichtung ist und die Arbeit des Recollectio-Hauses von Abt Michael und seiner Gemeinschaft mitgetragen und unterstützt wird. Das trägt entscheidend dazu bei, so die Leiter des Recollectio-Hauses, Anselm Grün und Wunibald Müller, dass das Recollectio-Haus auch für den tausendsten Gast zu einem Ort werden kann, an dem er für sich erfahren darf: „Du hast mehr Möglichkeiten als du ahnst, ganz zu schweigen von den ungeahnten Möglichkeiten Gottes mit dir.“