Aktuelles aus dem Recollectio-Haus
Geh nicht als ein Erlöschender
Geh nicht als ein Erlöschender
Geh nicht als ein Erlöschender
in das Erlöschen
Brenne
Brenne
Wir sind Fackeln mein Bruder
Wir sind Sterne
Wir sind Brennendes
Steigendes
Oder wir sind nicht
gewesen
(Hilde Domin)
Weihnachtsbrief 2011
Das vergangene Jahr war ein besonders wichtiges Jahr in der Geschichte des Recollectio-Hauses. So durften wir im April unser 20jähriges Bestehen feiern. Das Besondere war, dass viele Ehemalige zu diesem Anlass den Weg nach Münsterschwarzach fanden und wir einen Tag des Austauschens, des Feierns, des Betens und des Dankes miteinander verbrachten.
Dann war dieses Jahr auch wichtig, da mit Sr. Sylvia Platte jetzt unser Team komplett geworden ist. Sie tritt die Nachfolge von Sr. Christiane an und hat sich inzwischen schon sehr gut eingearbeitet. Da P. Meinrad zwar weiterhin im Recollectio-Haus mitarbeitet, aber zunächst keine Einzelgespräche mehr führt, mussten wir uns auf die Suche nach einem Nachfolger machen, den wir in Br. Stephan Veith gefunden haben. Auch er gehört jetzt zu unserem Team im Recollectio-Haus.
Neben den herausragenden Ereignissen und Veränderungen ist unser Leben hier natürlich nach wie vor vom normalen Alltag bestimmt, den zahlreichen, ganz unterschiedlichen Begegnungen mit neuen und bisherigen Gästen, die alle zur Buntheit des Lebens beitragen.
Wie in den vergangen Jahren durften wir auch in diesem Jahr erfahren, dass viele der Menschen, die hierher kamen, weil sie dabei waren auszubrennen oder auch ausgebrannt waren, wieder mit ihrem Feuer in Berührung gekommen sind. Mit ihrem Feuer für das Leben, für die Liebe, für Gott und am Ende ihres Aufenthaltes im Recollectio-Haus mit Hilde Domin von sich sagen konnten:
Wir sind Fackeln
Wir sind Sterne
Wir sind Brennendes
In diesem Sinne wünsche ich ein brennendes Weihnachten
für das Team im Recollectio-Haus
Dr. Wunibald Müller
Leiter des Recollectio-Hauses
Neue Mitarbeiterin, Schwester Sylvia Platte
Nachdem im vergangenen Kurs schon mitgearbeitet hat, gehört sie jetzt als Nachfolgerin von Sr. Christiane Sartorius fest zum Team des Recollectio-Hauses. Sr. Sylvia Platte gehört zur Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern. Als Deutsche lebte sie 37 Jahre in den Niederlanden. In unserem Team bietet sie an: geistliche Begleitung, kreative Kleingruppenarbeit, sacralen und freien Tanz, Leiberfahrung, Liturgiegestaltung und thematische Wochenenden. Sie ist zuständig für die Koordination der Arbeitsbereiche und des Hausdienstes.
Der Langzeitkurs, der im Herbst beginnt, ist inzwischen auch ausgebucht. Es gibt aber noch freie Plätze bei dem im Jahr 2012 stattfindenden Langzeitkursen und auch für die Qualifizierte Auszeit im September 2012. Wer Interesse hat an einem der Kurse teilzunehmen, wird empfohlen, sich bald mit uns in Verbindung zu setzen, um seine Chancen, an dem Kurs teilnehmen zu können, den er sich wünscht, zu verbessern.
Für das Team im Recollectio-Haus
Dr. Wunibald Müller
Leiter des Recollectio-Hauses
Juli 2009
Erfahrungsberichte von Recokursen
April 2009
Tausendster Besucher im Recollectio-Haus
Das Recollectio-Haus der Abtei Münsterschwarzach wird in diesen Tagen seinen tausendsten Gast begrüßen. In den 18 Jahren seines Bestehens wurden inzwischen fast 60 Kurse angeboten für Priester, Ordensleute und hauptamtliche kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich eine Auszeit gönnen wollen oder in einer Krise befinden. Seit kurzem wird das Recollectio-Haus neben den Diözesen Augsburg, Freiburg, Limburg, Mainz, München-Freising, Rottenburg-Stuttgart und Würzburg auch von der Erzdiözese Paderborn finanziell mitgetragen und mitgefördert.
Wie der Leiter des Recollectio-Hauses Dr. Wunibald Müller mitteilte, war das Interesse an einem Aufenthalt im Recollectio-Haus noch nie so groß wie zur Zeit. Die Kurse sind ausgebucht und es gibt Wartelisten. Die große Nachfrage führt er darauf zurück, dass immer mehr Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die spüren, dass sie an ihre Grenzen geraten oder alleine nicht mehr weiter wissen, bereit dazu sind, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dazu kommt, dass sich das Image des Recollectio-Hauses in den letzten Jahren verändert hat. Wurde früher das Recollectio-Haus mit kirchlichen Mitarbeitern assoziiert, die psychisch krank sind, ihr Amt aufgeben bzw. den Orden verlassen möchten, wird das Recollectio-Haus inzwischen mehr als ein Ort gesehen, an dem die Gäste sich neu orientieren, seelisch und spirituell auftanken, die Chancen, die in einer Krise liegen können, für sich nutzen und gestärkt und neu motiviert in ihren Dienst zurückgehen.
Die Gründe für einen Aufenthalt im Recollectio-Haus sind in im Wesentlichen die gleichen geblieben. Vielen geht es darum, sich eine Auszeit zu gönnen, Zeit zu haben für sich, Zeit zu haben über ihr persönliches und berufliches Leben nachzudenken und wieder mehr als bisher die Beziehung zu Gott zu pflegen. Zugenommen haben Probleme, die sich aus der beruflichen Überforderung ergeben, die zu körperlicher Erschöpfung und innerem Ausbrennen führen, sowie Probleme im Zusammenhang mit dem privaten Lebensstil, etwa eine zunehmende Vereinsamung und einhergehend damit ein ungesunden Gebrauch des Internets.
Während früher nur Langzeitkurse von neun bis 12 Wochen angeboten wurden, gibt es jetzt auch einmal im Jahr einen Vierwochenkurs für kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die vor einem Stellenwechsel stehen. Das spirituelle und therapeutische Konzept des Recollectio-Hauses hat sich bewährt. Stärker als früher wird in den letzten Jahren der körperlichen Aktivierung Aufmerksamkeit geschenkt. Dies zeigt sich u.a. in Angeboten wie Walken, Schwimmen, Reiten, Aikido und Tanzen.
Das Recollectio-Haus der Abtei Münsterschwarzach ist die einzige Einrichtung dieser Art im deutschsprachigen Raum. Es hat sich bewährt, dass die Abtei der Träger der Einrichtung ist und die Arbeit des Recollectio-Hauses von Abt Michael und seiner Gemeinschaft mitgetragen und unterstützt wird. Das trägt entscheidend dazu bei, so die Leiter des Recollectio-Hauses, Anselm Grün und Wunibald Müller, dass das Recollectio-Haus auch für den tausendsten Gast zu einem Ort werden kann, an dem er für sich erfahren darf: „Du hast mehr Möglichkeiten als du ahnst, ganz zu schweigen von den ungeahnten Möglichkeiten Gottes mit dir.“