Impulsgeber diese Woche sind die Teilnehmer des Fotoworkshops beim Jugendkurs über Pfingsten. In ihren Arbeiten haben sie nicht nur das Thema des Kurses "Geist-Erfahrer", sondern auch die anderen beiden Workshops "Schmieden" und "Speckstein" aufgegriffen. Weil Pfingsten kein Ende, sondern ein Anfang einer großen Bewegung war und immer wieder sein will, gibt es diese Woche jeden Tag nochmal ein Pfingst/Geistimpuls! Aber Vorsicht, Pfingsten ist ansteckend!
 
Foto: (c) Melanie Merkel, Holzkirchen
Der Sage nach benutzte der Heilige Patrick ein dreiblättriges Kleeblatt (shamrock), um dem keltischen Hochkönig Laoghaire die Dreifaltigkeit zu erklären: Die drei Blätter sollten den Vater, Sohn und Heiligen Geist symbolisieren.
erste Seite eine Seite zurück
25.05.2013
nächste Seite letzte Seite
Zur Startseite Startseite der Abtei Münsterschwarzach
TAGESHEILIGER

Gregor VII. (Hildebrand)

Papst
 
* zwischen 1020 und 1025 in Sovana in der Toscana in Italien
† 25. Mai 1085 in Salerno in Italien
 
Gregor VII., mit bürgerlichem Namen Hildebrand, kam durch verwandtschaftliche Beziehungen nach Rom ins Marienkloster auf dem Aventin zur Ausbildung. 1046 folgte er seinem Verwandten, Papst Gregor VI., nach dessen Absetzung durch den deutschen Kaiser Heinrich III., nach Köln. Von Köln aus trat er ins Benediktinerkloster von Cluny ein und erlebte dort die großen Äbte Odilo und Hugo in Begegnungen, die ihn nachhaltig prägten.
Papst Leo IX. rief Hildebrand nach Rom zurück. Auch den vier Nachfolgern Leos auf dem Stuhl Petri diente er als Berater und stieg in hohe Ämter auf. Er begegnete Petrus Damiani und freundete sich mit dem Kardinal an. Zusammen mit diesem festigte er seinen Ruf als großer Kirchenreformer im Kampf gegen die Simonie, für die Einhaltung des Zölibats und gegen die Priesterehe und in den Kämpfen und Auseinandersetzungen zwischen den Päpsten in Rom und den deutschen Königen und Kaisern im Investiturstreit. Als Papst Alexander II. starb, wurde Hildebrand 1073 - gegen seinen Willen, aber auf Drängen des Volkes von Rom - zum Papst ausgerufen.
Als Papst regierte Gregor hart und unnachgiebig in Verfolgung seiner Ziele, die er 1075 im 27-Punkte-Katalog des "Dictatus Gregorii Papae", des "Diktates des Papstes Gregor", niedergelegt hatte, anknüpfend an Augustinus' "De civitate dei" und die Ideen von Papst Gregor I.. Demnach ist der Papst der unumschränkte Herr der Universalkirche, dem alle Bischöfe und Äbte untertan sind - und er ist der oberste Herr auch der Welt, deshalb trägt er die kaiserlichen Insignien - seit 1059 trug der Inhaber des Stuhles Petri die Papstkrone, die Tiara. Papsttum und weltliche Herrschaft seien wie Sonne und Mond: letzterer erhält von jener erst sein Licht. Der Inhaber des Papstamtes stehe unter dem Schutz des Petrus und werde durch dessen Verdienste auf jeden Fall heilig. Gregor gab der Idee des Papsttums die bis heute nachwirkende Bedeutung. Papsttum und Kirche begannen gleichbedeutende Begriffe zu werden, die Vereinheitlichung der abendländischen Kirche machte bedeutende Fortschritte. Vor allem hat Gregor den Kampf um die Freiheit der Kirche von den weltlichen Gewalten mit Beharrlichkeit durchgeführt.
Gregors Reformpolitik für die Kirche im Gefolge der Reformen von Cluny war umfassend, Anhänger für seinen Anspruch auf Freiheit der Kirche vor weltlichen Gewalten fanden sich in ganz Europa. Sein Anspruch für die Kirche machte aber den Zusammenstoß mit dem deutschen König Heinrich IV. unausweichlich. In einer 1075 einberufenen Synode drang Gregor noch entschiedener auf die Ahndung der Simonie, schon 1074 war die strikte Einhaltung des Zölibats erzwungen worden. Darüber hinaus untersagte die Synode den weltlichen Fürsten die Investitur von Laien ins Bischofsamt - ein Privileg, mit dem die Fürsten bislang ihre Autorität in geistlichen Fragen gefestigt hatten. Der Investiturstreit eskalierte: Gregor drohte dem Kaiser die Exkommunikation an, nachdem dieser unbeeindruckt Bischöfe ernannt und eingesetzt hatte; der wiederum erklärte den Papst als "falschen Mönch" für abgesetzt. Die deutschen Fürsten drohten, sich von Heinrich loszusagen, woraufhin er einlenken musste. Mit dem Bußgang Heinrichs nach Canossa schien der Konflikt 1077 sein Ende zu finden.
Doch Heinrich betrieb eine Politik der Nadelstiche gegen den Papst und taktierte weiter. Es folgte der zweite Bannstrahl aus Rom und eine von Heinrich nach Brixen einberufene Synode, die den Erzbischof von Ravenna als Gegenpapst Clemens III. wählte. Heinrich unternahm zudem einen Feldzug gegen Gregor, kaiserliche Truppen belagerten ab 1081 Rom, stürmten 1083 die Peterskirche und bekamen 1084 die ganze Stadt übergeben. Gregor verschanzte sich in der Engelsburg. Die Normannen konnten Gregor dann zwar aus Rom befreien, verwüsteten die Stadt dabei aber so sehr und nahmen Tausende als Sklaven, so dass das Volk Gregor die Schuld dafür gab und ihn nicht länger in ihren Mauern duldete. Ausgelaugt und einsam starb er im Exil in Salerno.
Das bittere Vorbild von Canossa löste bei den weltlichen Gewalten ein immer stärker werdendes Streben aus, den Staat unter Zurückdrängung der universalen Gewalt von Kaisertum und Papsttum auf nationaler Grundlage zu entwickeln und die Kirche dem Staat entschieden einzuordnen. So wurzeln in Canossa sowohl der Niedergang des Römischen Reichs wie das von den Normannen ausgehende Emporsteigen der neueren Nationalstaaten.
Gregors Konzept der Trennung von weltlicher und kirchlicher Macht und Unterordnung der ersteren und die letztere markierte eine entscheidende Wende in der Entwicklung des Papsttums. Gregor war der erste absolutistisch regierende, einer der gewaltigsten und erfolgreichsten Päpste. Seit ihm ist die klare Vorrangstellung Roms in der katholischen Weltkirche Tatsache. Seine Nachfolger kämpften weithin erfolgreich um die Durchsetzung seiner Positionen, wenngleich sie die Ansprüche auf Weltherrschaft fallen ließen und sich auf die Bekämpfung der Laieninvestitur beschränkten.
Der "Gang nach Canossa" wurde sprichwörtlich für ein schwieriges, Bereitschaft zur Unterordnung signalisierendes Gespräch.
 
Kanonisation: 1606 wurde Gregor heilig gesprochen.
TAGESLESUNG

Sir 17, 1-4.6-15

Der Herr hat die Menschen aus Erde erschaffen und lässt sie wieder zu ihr zurückkehren. Gezählte Tage und eine bestimmte Zeit wies er ihnen zu und gab ihnen Macht über alles auf der Erde. Ihm selbst ähnlich hat er sie mit Kraft bekleidet und sie nach seinem Abbild erschaffen. Auf alle Wesen legte er die Furcht vor ihnen, über Tiere und Vögel sollten sie herrschen. Er bildete ihnen Mund und Zunge, Auge und Ohr und ein Herz zum Denken gab er ihnen. Mit kluger Einsicht erfüllte er sie und lehrte sie, Gutes und Böses zu erkennen. Er zeigte ihnen die Größe seiner Werke, um die Furcht vor ihm in ihr Herz zu pflanzen. Sie sollten für immer seine Wunder rühmen und seinen heiligen Namen loben. Er hat ihnen Weisheit geschenkt und ihnen das Leben spendende Gesetz gegeben. Einen ewigen Bund hat er mit ihnen geschlossen und ihnen seine Gebote mitgeteilt. Ihre Augen sahen seine machtvolle Herrlichkeit, ihr Ohr vernahm seine gewaltige Stimme. Er sprach zu ihnen: Hütet euch vor allem Unrecht! Er schrieb ihnen ihr Verhalten gegenüber dem Nächsten vor. Ihre Wege liegen allezeit offen vor ihm, sie sind nicht verborgen vor seinen Augen.
TAGESEVANGELIUM

Mk 10, 13-16

Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.