.
TAGESHEILIGER
Veronika
Jüngerin Jesu* in Israel
70 in Soulac in Frankreich (?)
Veronika - oft identifiziert mit der blutflüssigen Frau aus der Heilungsgeschichte im Matthäusevangelium 9, 20 - erzählte nach der in der westlichen Kirche verbreiteten Legende dem Boten des kranken Kaisers Tiberius, dass sie - um immer ein Bild Jesu Christi bei sich zu haben, dem sie nicht von Ort zu Ort habe folgen können - diesen um ein Abbild gebeten habe. Sie hatte ein Tuch dabei, hat ihm dieses gereicht und mit seinem eingedrückten Antlitz zurückerhalten. Veronika fuhr mit dem Boten nach Rom, das Tuch erwies seine Heilkraft, Tiberius, der ein Wespennest im Kopf hatte, wurde gesund.
Um 1300 entstanden erweiterte Fassungen der Legende, die Veronika dem Kreuzweg Christi zuordnen: Veronika stand als eine der vielen Frauen, von denen das Lukasevangelium (23, 27) berichtet, am Kreuzweg; als der Heiland zusammenbrach, reichte sie ihm ihr Schweißtuch, auf dem der Abdruck seines Antlitzes mit der Dornenkrone erhalten blieb.
Die byzantinische Legende erzählt, dass Jesus noch zu Lebzeiten dem König Abgar von Edessa - dem heutigen Sanlurfa in der Türkei - ein wunderkräftiges Tuch mit dem Abbild seines Antlitzes zugesandt habe, das dieser am Stadttor von Edessa anbringen ließ; dort habe sich das Bild als Ziegelabdruck erhalten. Jüngere Fassungen dieser Legende berichten, dass nicht Abgar, sondern seine Tochter Berenike das Tuch erhalten habe. Kaiser Konstantin VII. ließ demnach den Abdruck in seine Palastkapelle bringen; Nach der Eroberung von Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - 1204 durch den Westen verlor sich seine Spur.
Das Tuch der Veronika wurde in Rom erst ab dem 12. Jahrhundert verehrt, mit der Eroberung von Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - zunehmend interessant. Das im 13. Jahrhundert zunehmende Verlangen nach Sichtbarkeit des Segens wurde mit dem sakralen Charakter bekommenden Veronika-Bild gestillt, es wurde in die Passionsreliquien aufgenommen. Bis ins 16. Jahrhundert wurde das Motiv als Andachtsbild, Buch- und Tafelmalerei weit verbreitet.
Von den verschiedenen Tüchern, die als das ursprüngliche Schweißtuch angesehen werden, war das berühmteste bis zum Jahr 1608 im Petersdom in Rom aufbewahrt. Seit 1622 wird im Kapuzinerkloster von Manopello in den Abruzzen eine Tuchreliquie mit dem Angesicht Christi gezeigt, das Heinrich Pfeiffer, Professor für christliche Kunstgeschichte an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, für das früher in Rom gezeigte und für das echte Schweißtuch Christi hält; es sei nicht gemäß der Veronika-Legende entstanden, sondern zusammen mit dem - für ihn ebenfalls echten - Grabtuch von Turin benutzt worden, den Gekreuzigten bei der Grablegung einzuhüllen; auffallend ist die deutliche Identität der Gesichtszüge in den übereinander gelegten Bildern von Turin und Manopello und das Material des Tuches: Muschelseide - die sich nicht bemalen lässt, das ist technisch unmöglich.
2006 besuchte Papst Benedikt XVI. im Rahmen einer privaten Pilgerfahrt Manopello, kniete und betete vor dem Tuch und verhalf ihm damit zwar nicht zu offizieller Anerkennung, aber zu gesteigerter Beachtung. Kurz nach seinem Besuch erhob er die 400 Jahre alte Kirche zur Basilika.
Auf den Kreuzwegen ist die Legende der heiligen Veronika als sechste Station dargestellt. Noch heute wird in der Passionszeit im Petersdom in Rom auf dem Reliquienbalkon ein Veronika-Tuch gezeigt.
Veronikas Gebeine ruhen angeblich in der Kirche St-Seurin in Bordeaux.
Patronin der Pfarrhaushälterinnen, Wäscherinnen, Weißnäherinnen, Leinenweber und -händler; bei schweren Verletzungen; gegen Blutfluss; für einen guten Tod
TAGESLESUNG
1 Kön 3,4–13
So ging der König nach Gibeon, um dort zu opfern; denn hier war die angesehenste Kulthöhe. Tausend Brandopfer legte Salomo auf ihren Altar.In Gibeon erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll.
Salomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt.
So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll.
Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann.
Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?
Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach.
Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören,
werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht.
Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und Ehre, sodass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen dir gleicht.
TAGESEVANGELIUM
Mk 6,30–34
Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.
Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein.
Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an.
Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.