Gründonnerstag: Einen Menschen wirklich lieben, bedeutet ihm zu dienen, das heißt ganz unten anzufangen: ihn mit helfender Vorsicht, mit begleitender Nachsicht und mit fürsorgender Umsicht in die Weite des Himmels emporzuheben. Jesus beugt sich ganz nach unten. Seine Jünger dürfen etwas von der Weite des Himmels spüren.
(Bruder Isaak Grünberger in: Du schenkst Licht und Leben - Ein österliches Lesebuch aus dem Kloster, Vier-Türme-Verlag)
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17.04.2014
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TAGESHEILIGER

Stephan (Stephen) Harding

Ordensgründer, Abt in Cîteaux
* 1059 in Merriott in Somerset in England
† 28. März 1134 in Cîteaux, dem heutigen St-Nicolas-lès-Cîteaux in Frankreich
 
Stephan kam schon als kindlicher Oblaten ins Kloster in Sherborne in Wessex. Offenbar musste er dann aus seiner Heimat fliehen, kam nach Schottland, nach Lismore in Irland, schließlich nach Paris, Reims und Laon. Bei einer Pilgerfahrt nach Rom wurde er sich über seine Berufung klar und lernte die Reformbewegungen kennen, so das Kloster Camáldoli bei Arezzo und Petrus Damiani sowie die Vallombrosianer von Johannes Gualbertus.
 
1085 trat er ins Kloster Molesme in Frankreich ein. Weil das neue Kloster allzu rasch wohlhabend geworden war und nun von einer inneren Krise erschüttert wurde, verließen seine Gründer, Robert von Molesme und Alberich von Cîteaux, mit einer Gruppe von Mönchen, darunter Stephan, das Kloster und gründeten 1098 das neue Kloster Cîteaux - das heutige St-Nicolas-lès-Cîteaux - in Frankreich, wo sie kompromisslos die Regel des Benedikt von Nursia befolgten und die Grundlagen des neuen Zisterzienserordens erarbeiteten.
 
1109 wurde Stephan der dritte Abt in Cîteaux - dem heutigen St-Nicolas-lès-Cîteaux. Stephan förderte nachdrücklich die Liturgiereform, seine Schreibschule blühte; er entsandte Mönche nach Mailand zum Abschreiben der Gesänge des Ambrosius und ließ das Metzer Antiphonar, das als getreues Zeugnis des Gregorianischen Gesanges galt, transkribieren. Mit Hilfe jüdischer Gelehrter konnte er die durch Alkuin revidierte Ausgabe der Vulgata finden - sie blieb das ganze Mittelalter hindurch der verbindliche Bibeltext. Die Lehren der Kirchenväter machte er fruchtbar für Glauben, Liturgie und das Alltagsleben.
 
Stephans "Carta caritatis", "Urkunde der Liebe", die 1119 von Papst Callistus II. gebilligt wurde, wurde zur Verfassung des Zisterzienserordens. Stephan führte die Versorgung der Mönche durch von nicht dem Klerus Angehörige ein und schuf wichtige organisatorische Grundlagen; die ersten weiteren Klostergründungen des Ordens, La Ferté in Saint-Ambreuil, Pontigny, Clairvaux - im heutigen Ortsteil Outre-Aube in Longchamp-sur-Aujon - und Morimond im heutigen Fresnoy-en-Bassigny erfolgten unter seiner Leitung. Auch die Gründung des ersten zisterziensischen Frauenklosters, Le Tart - das heutige Tart-l'Abbaye im Jahr 1125, geht auf ihn zurück. Die Zisterzienser wurden der erste zentral organisierte Mönchsorden der Christenheit: jede neue Abtei war ihrem Mutterkloster verantwortlich.
 
Bernhard von Clairvaux trat unter ihm 1112 in den Orden ein. Fast erblindet, legte Stephan 1133 sein Amt nieder.
TAGESLESUNG

Ex 12, 1-8.11-14

Der Herr sprach zu Mose und Aaron in Ägypten: Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der erste unter den Monaten des Jahres gelten. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus. Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wie viel der Einzelne essen kann. Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen. Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Gegen Abend soll die ganze versammelte Gemeinde Israel die Lämmer schlachten. Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man das Lamm essen will. Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen. So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn. In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr. Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu eurem Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich in Ägypten dreinschlage. Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!
Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

1 Kor 11, 23-26

TAGESEVANGELIUM

Joh 13, 1-15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.