.
TAGESHEILIGER
Cyriacus
Diakon, Märtyrer, Nothelfer 305 (?) in Rom
Cyriacus, von Papst Marcellinus oder Marcellus I. um 300 in Rom zum Diakon geweiht, wurde nach der Legende von Kaiser Maximian verurteilt, als Zwangsarbeiter beim Bau einer Thermenanlage mitzuwirken und Erde zu tragen. Viele Mitchristen und Leidensgenossen wurden nach Martern getötet. Als aus Artemia, der besessenen Tochter von Kaiser Diokletian, ein Teufel schrie, nur Cyriacus könne ihn vertreiben, wurde dieser gerufen, heilte und taufte Artemia. Der ausfahrende Teufel prophezeite, er werde Cyriacus zwingen, nach Babylon - heute Han-al-Mahawil - zu gehen. Bald darauf wurde Cyriacus tatsächlich vom Perserkönig gerufen, um dessen besessene Tochter zu heilen. Cyriacus heilte auch diese und taufte sie mit ihren Eltern und "viel Volks".
Cyriacus kehrte nach Rom zurück. Diokletian hatte ihm ein Haus geschenkt, aber nach dessen Abdankung im Jahr 305 ließ ihn Maximian abermals greifen, foltern, mit siedendem Pech übergießen und enthaupten. Ein Statthalter nahm das Haus von Cyriacus in Besitz, badete darin an der Stelle, an der Cyriacus zu taufen pflegte, und hielt ein Festmahl mit 19 Freunden, die alle zusammen eines plötzliches Todes starben. Das Bad wurde geschlossen, die Heiden fingen an, die Christen zu fürchten und in Ehren zu halten.
Cyriacus wurde an der Via Ostiensis begraben, Reliquien kamen u.a. nach Ancona, Neuhausen bei Worms, Bamberg und Altdorf im Elsass. In der Pfalz als Patron des Weinbaus verehrt, werden Cyriacus noch heute in einer Kapelle bei Lindenberg - wo er als Einsiedler gelebt haben soll - am Sonntag nächst dem 8. August bei der Cyriakus-Wallfahrt die ersten Trauben dargebracht. Einmal sei er auf dem Heimweg von Deidesheim, wo er oft Kranke in Spital besucht habe, müde gewesen und sich deshalb einen "Wingertstiefel" - einen Pfahl, der zur Stütze der Rebe dient - als Wanderstab für den Heimweg - nach anderer Überlieferung als Stütze bei Glatteis - genommen haben. Normalerweise begrüßte das Glöckchen der Lindenberger Kapelle den heimkehrenden Heiligen, doch diesmal schwieg es. Cyriacus erkannte sein Unrecht, brachte den Pfahl an seine Stelle zurück - und bei seiner Wiederkehr nach Lindenberg erklang wieder der fröhliche Glockenton.
Cyriacus wird als einer der Vierzehn Nothelfer verehrt.
Patron der Zwangsarbeiter; des Weinbaus; bei schwerer körperlicher Arbeit; gegen Versuchung und böse Geister, Besessenheit und Anfechtungen in der Todesstunde.
TAGESLESUNG
Jer 31,1–7
In jener Zeit - Spruch des Herrn - /werde ich der Gott aller Stämme Israels sein /
und sie werden mein Volk sein.
So spricht der Herr: Gnade fand in der Wüste das Volk, /
das vom Schwert verschont blieb; /
Israel zieht zum Ort seiner Ruhe.
Aus der Ferne ist ihm der Herr erschienen: /
Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, /
darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt.
Ich baue dich wieder auf, /
du sollst neu gebaut werden, Jungfrau Israel. Du sollst dich wieder schmücken mit deinen Pauken, /
sollst ausziehen im Reigen der Fröhlichen.
Wieder sollst du Weingärten pflanzen /
auf Samarias Bergen. Wer Pflanzungen anlegt, /
darf ihre Früchte genießen.
Denn es kommt der Tag, /
da rufen die Wächter auf Efraims Bergland: Auf, lasst uns hinaufpilgern nach Zion /
zum Herrn, unserem Gott.
Ja, so spricht der Herr: Jubelt Jakob voll Freude zu /
und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt und sagt: /
Der Herr hat sein Volk gerettet, /
den Rest Israels.
TAGESEVANGELIUM
Mt 15,21–28
Von dort zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.
Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her.
Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!
Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.
Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.