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Aschermittwoch – Memento

Heute beginnt die Fastenzeit – aber warum genau heute? Und was bedeutet der Aschermittwoch?

"Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst" – mit diesem Satz empfangen Gläubige am Aschermittwoch das Aschekreuz, das sie an ihre eigene Vergänglichkeit erinnern soll. Der Beginn der 40-tägigen österlichen Bußzeit richtet sich nach dem ersten Frühjahrsvollmond, nachdem das Osterfest berechnet wird. So fällt Ostern immer auf den ersten Sonntag danach, die Fastenzeit selbst umfasst sechs Sonntage, die nicht in den 40 Tagen gezählt werden. Sie gelten nicht als Fasttage. Von Aschermittwoch bis Ostern sind es daher kalendarisch 46 Tage.

Seinen Namen hat der Aschermittwoch aus dem 11. Jahrhundert. Papst Urban II. empfahl die Aschenbestreuung auf der Synode von Benevent (1091) für alle Gläubigen. Vorher wurden nur diejenigen damit bedacht, denen eine Buße auferlegt wurde. Sie wurden am Aschermittwoch aus der Kirche vertrieben, mussten während der gesamten Fastenzeit ein Büßergewand tragen und wurden erst am Gründonnerstag wieder empfangen.

Der Aschermittwoch zählt neben dem Karfreitag als strenger Fast- und Abstinenztag in der neuen Fastenordnung, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) festgelegt wurde. Das bedeutet, dass an diesem Tag kein Fleisch gegessen und nur eine sättigende Mahlzeit zu sich genommen werden darf. Gläubige sollen außerdem an allen Freitagen der Fastenzeit auf Fleisch verzichten.

Auch in der Benediktsregel findet sich ein eigenes Kapitel zur Fastenzeit, wobei diese nicht mit der heutigen 40-tägigen Vorbereitungszeit vergleichbar ist. Die Benediktsregel soll bereits vor Einführung der durch Papst Gregor dem Großen festgelegten 40 Tage entstanden sein. Aus der monastischen Tradition und durch die Wüstenväter ist den Mönchen allerdings grundlegend ein Leben in Askese und Enthaltsamkeit vorgeschrieben. Benedikt greift das im ersten Vers des Fastenkapitels auf, der lautet.

"Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in der Fastenzeit," (RB 40,1)

Im Gegensatz zur tradierten strengen Fastenordnung ist das Fasten heute individualisierter. So gibt es Initiativen, die zum Umweltfasten aufrufen. Auch den Verzicht aufs Smartphone oder Social Media wollen viele Gläubige versuchen. Einige nehmen die Fastenzeit zum Anlass, auf schlechte Gewohnheiten oder Ernährungsweisen zu verzichten. Eines gilt es dabei aber nicht zu vergessen: die Vorbereitung auf das Osterfest. Und damit die Hinwendung zu Gott. 

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