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Bruder Kilian (Stefan) Iff OSB verstorben

Gott, der Schöpfer und Vollender unseres Lebens, rief am Samstag, den 4. Juni 2011, um 16 Uhr unseren lieben Mitbruder Br. Kilian (Stephan) Iff OSB zu sich in sein himmlisches Reich.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Br. Kilian auf unserer Infirmerie. Um die Mittagszeit des 4. Juni erlitt er einen sehr schweren Herzinfarkt, war aber noch bei vollem Bewusstsein. Der herbeigerufene Notarzt wies ihn umgehend in die Universitätsklinik Würzburg ein, doch die Kraft seines Herzens war erschöpft. Und Gott erbarmte sich seiner.
Br. Kilian kam in Retzstadt (Kreis Main-Spessart) am 17. März 1929 zur Welt; seine Eltern waren der Landwirt Johann Iff und seine Ehefrau Johanna, geb. Mai. Ihm wurden auch noch drei Schwestern geschenkt: Margarete, Elisabeth und Maria. Als die Mutter bereits 1936 nach langer schwerer Krankheit verstarb, war es ein schwerer Schicksalsschlag für die ganze Familie. Eine entbehrungsreiche Kindheit prägte Br. Kilian für sein ganzes Leben: er konnte es nicht hinnehmen, wenn Lebensmittel weggeworfen oder auch nur Wasser verschwendet wurde.
Von 1935 bis 1943 besuchte er die Volksschule in Retzstadt und 1948/49 die Landwirtschaftsschule in Würzburg. Am 26.4.1953 kam Br. Kilian nach Münsterschwarzach, weitere bedeutende klösterliche Akzente seines Lebens waren die Noviziatsaufnahme am 6.5.1954, die zeitliche (10.5.1955) und die ewige Profess am 15.5.1958. Mit ihm stand sein Cousin Willibald Iff (Br. Philipp, geb. 1925) am Professaltar, ebenfalls in Retzstadt gebürtig.
Schon am Tag nach seinem Eintritt arbeitete Br. Kilian im Kuhstall und dies wurde seine Lebensaufgabe, mehr noch: seine große Liebe – bis zum Tag vor seinem Heimgang zu Gott. Ob in Münsterschwarzach, auf dem Gutshof Kaltenhof bei Schweinfurt (1958 bis 1969) oder in unserer Filiale Kemphausen/Oldenburg (1975 bis 1983), stets sorgte er mit seiner ihm eigenen Ruhe für das liebe Vieh und verwöhnte es mit speziellen Leckerbissen. Hingabe und eine unglaubliche, tägliche Treue über ein halbes Jahrhundert hin war für ihn schlicht eine Selbstverständlichkeit. Ebenso, wie er über viele Jahre hin bei der „Kryptamesse“ um 7.15 Uhr ministrierte und gerne auch die Lesung vorlas. Er war ein Mensch, der ohne viel Aufhebens einfach „da“ war.
Br. Kilian war ein äußerst anspruchsloser und genügsamer Mensch: Zwar liebte er Süßigkeiten und trank gern einen Schoppen Wein, doch gab er solche Geschenke häufig weiter. Im ersten Augenschein wirkte er schlicht, doch besaß er ein phänomenales Gedächtnis sowie die sprichwörtliche Bauernschläue, was ihn zum angenehmen Gesprächspartner machte. Mit seinem trockenen fränkischen Humor bereicherte er uns immer wieder. Geistig rege und vielseitig interessiert nahm er bis zuletzt alles wahr, was sich im Kloster, in der Heimat, in Politik und Weltgeschehen ereignete.
Hinter der vermeintlich rauen Schale verbarg sich ein weicher Kern: Br. Kilian war ein äußerst sensibler Mensch, der stark unter Witterungseinflüssen – vor allem Trockenperioden – und auch einer gewissen Schwermut litt. Diese verlor sich in den letzten Jahren mehr und mehr und zurück blieb sein heiteres Wesen – in wachsender Zufriedenheit und Dankbarkeit. Br. Kilian, ruhe nun im großen Frieden Gottes.

Das Requiem feiern wir am Mittwoch, den 8. Juni 2011 um 14 Uhr in der Abteikirche Münsterschwarzach. Anschließend beerdigen wir unseren Mitbruder auf dem Klosterfriedhof.
R.I.P.
Münsterschwarzach, 6. Juni 2011
Abt Michael und Konvent von Münsterschwarzach