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Löwe in der Abtei gesichtet

Tierischer Führungswechel in Münsterschwarzach - Novizen gestalten das Fest der Heiligen Placidus und Maurus

In der Abtei Münsterschwarzach besteht seit vielen Jahren die Tradition, dass die Novizen am Gedenktag der Heiligen Plazidus und Maurus – der ersten Schüler des Heiligen Benedikt – für einen Tag die Führung im Kloster übernehmen und den Klosteralltag humorvoll etwas umgestalten. Dieser Brauch will bewährte gemeinschaftliche Strukturen einmal spielerisch auf den Kopf stellen, kommentieren und damit auch an der einen oder anderen Stelle zu denken geben. So nahmen auch dieses Jahr die Novizen der Abtei zusammen mit einem Gastnovizen aus der Abtei Georgenberg-Fiecht zu den Mahlzeiten die Plätze der Oberen ein. Darüber hinaus luden sie sich zu den Gebetszeiten auch einige Gäste in den Chor- und Altarraum ein: einen Leoparden, eine Schwarzfersenantilope, zwei Zibetkatzen, einen Mantelaffen, ein Warzenschwein, den Klippdachs aus Psalm 104, einige kleinere und größere Vögel und noch einige Serengeti-Tiere mehr. Sogar ein großer Löwe war zu Gast.

So wurde den jahrelang im alten Missionsmuseum der Abtei stehenden Stopfpräperaten für zwei Tage zu neuem Leben verholfen. Und zusammen mit ihnen versammelte sich nocheinmal eine große und vielfältige Schar von Tieren aus Afrika, eine bunte Gemeinschaft von Mönchen aus Deutschland, Jerusalem, Tirol und Korea zusammen mit Ochs und Esel vom Amazonas um die Weihnachtskrippe der Abteikirche – zum Lobe Gottes, wie es in einem Gedicht von Clemens Brentano heißt:

Kein Tierlein ist auf Erden
Dir, lieber Gott zu klein,
Du ließt sie alle werden,
Und alle sind sie dein.
Zu dir, zu dir
Ruft Mensch und Tier
Der Vogel dir singt,
Das Fischlein dir springt,
Die Biene dir brummt,
Der Käfer dir summt.
Auch pfeifet dir das Mäuslein klein:
Herr Gott, du sollst gelobet sein!