Nachrichten

P. Bosco Emmerling OSB verstorben

Es sind keine zwei Monate her, seit die Ärzte ihm einen nicht mehr operablen Krebs diagnostizierten. Darauf ging P. Bosco (Hermann) Emmerling OSB in seiner hartnäckig geradlinigen Art auf das Sterben zu. Am Montag, dem 11. März 2013, erlag er der schweren Krankheit in der Missionsärztlichen Klinik, Würzburg. Er gibt Gott ein vielseitiges, reiches Leben zurück.

Hermann, so sein Taufname, war der Erstgeborene seiner Eltern ­Sophie und Adolf Emmerling. Am 25. Juni 1939 kam er in Würzburg zur Welt. Zusammen mit noch zwei Brüdern wuchs er in Versbach auf. Dort besuchte ­Hermann von 1945–53 die Volksschule. 1957 legte er die Gesellenprüfung als Schriftsetzer ab. Danach folgte von 1957–81 sein bürgerliches Berufsleben in der Fränkischen Gesellschaftsdruckerei, ­Würzburg.

Am 12. Mai 1962 heiratete er Frau Hildegard Schüll. Die Ehe blieb kinderlos. Mit seiner Hilde – der Tonfall, mit dem der Name stets gesprochen wurde, ließ es hören – verbanden ihn besonders die 37 Monate ihrer Krankheit und seiner Pflege; am 21. Juni 1979 verstarb Hilde.

Im Juli 1980 spricht der inzwischen 41jährige in der Abtei vor. Der Lebenslauf sagte: „Da eine Zweitehe ... nicht mehr in Frage kommt, fing ich an, nach einer sinnvollen neuen Lebensgestaltung zu suchen. Jetzt … bitte ich um Aufnahme als Bruderkandidat in den Benediktinerorden.“

Ende Januar 1981 erfolgt der Eintritt ins Postulat. Am 25. September 1981 nimmt Abt ­Bonifaz Vogel Hermann Emmerling als Br. Bosco ins Noviziat auf. Exakt ein Jahr später folgt die Zeitliche Profess, die Ewigen Gelübde am 8. September 1985. Recht bald meldet sich in dem Zeitlichen Professen eine neue Berufung, Priester zu werden. Die Studienmöglichkeit des noch jungen Lautershofener Institutes bot sich dafür gut an. Von 1983–86 unterzog sich Br. Bosco der dortigen Ausbildung. 1987 erhielt er in der Abtei Königsmünster die Diakonatsweihe. Am 29. April 1989 weihte ihn Bischof Paul-Werner Scheele im Würzburger Dom zum Priester.

Die ersten drei Priesterjahre boten Begegnung mit verschiedensten Bereichen der Pastoral: an der Pforte, in der Infirmerie, als Krankenhauspraktikant bei den Barmherzigen Brüdern, im Gästehaus. Zum September 1992 kam P. Bosco an seinen eigentlichen Ort: Er wurde Kaplan der Pfarrei Schwarzach mit ihren verschiedenen Filialen. Dieses Amt versah er bis 2005 mit spürbarer Hingabe.

Danach folgten wieder Einsätze im klösterlichen Bereich Pforte und Gästehaus, bis ihn schließlich der Ruf in unser Priorat Damme einlud. Dort arbeitete und lebte P. Bosco für die Gäste, die Kranken und auswärtige Seelsorge. Die letzte Aufgabe führte ihn auch zum endgültigen Heimweg. Seit fast 2 Jahren versah er die Stelle des Hausgeistlichen im Marienkrankenhaus Damme. Überraschend schnell holte ihn jetzt selber die Krankheit ein. Das waren Daten und Stationen des Weges von P. Bosco.

Was aber seine Ausstrahlung und bleibende Prägung war, ist damit noch nicht beschrieben. Es kann hier nur angedeutet werden. Stets war ihm seine verstorbene Frau nah. In treuer Gebetsverbindung lebte P. Bosco mit der Heimgegangenen. Für sein Seelsorgeprogramm steht die Namenswahl. Der Jugendapostel und Heilige von Turin hatte prägenden Einfluss. Wie sonst erklärten sich Zeitungsüberschiften zu P. Boscos Wirken: „Ein ganz großes Herz für die Kinder“. oder „Nicht nur Pfadfinder und Ministranten verabschiedeten P. Bosco mit Wehmut“.

Eine Würdigung darf auch die Predigten nicht auslassen, welche von Menschennähe und bodenständiger Gläubigkeit zeugten. Sicher half ihm dabei, dass er stets ein vielseitiger Bücherleser war.

Vielleicht sagt ein Zeugnis aus der Zeit der 2. Dienstprüfung Wesentliches über P. Bosco: „… er bestach durch seine bescheidene und diskrete Mitarbeit. Trotz seiner an Jahren reichen Lebenserfahrung hat er nie mit diesen Fragen (die Gruppe) belastet, sondern wusste sich zurückzunehmen.“

Wir danken Gott, dass er ein Leben durch so verschiedene Stufen führte und es hat fruchtbar werden lassen.

Am Donnerstag, den 14. März 2013 feiern wir um 14.00 Uhr das Requiem und beerdigen P. Bosco anschließend auf dem Klosterfriedhof.

 

Abt Michael und Konvent von Münsterschwarzach
Abtei Münsterschwarzach, 13. März 2013