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Pater Heribert Ruf OSB verstorben

Gott, der Schöpfer und Herr unseres Lebens rief am Mittwoch, dem 18. Mai 2011, unseren lieben Mitbruder und Senior der Abtei Münsterschwarzach um 11.45 Uhr zu sich in sein himmlisches Reich.

Ein langes und erfülltes Leben ist damit, wohlvorbereitet durch unsere Brüder in der Krankenabteilung, in einem friedlichen Hinübergehen zu Ende gegangen.

Auf seinem Weg zu unserem Friedhof werden ihn viele Menschen begleiten, vor allem aber seine Neffen und Großneffen, die seinem Weg nach Münsterschwarzach gefolgt sind: P. Aurelian, Br. Robert, Br. Johannes und Br. Alois-Maria Weiß. Sie alle stammen aus Löffelstelzen bei Mergentheim, dem Ort, in dem auch P. Heribert geboren wurde. Am 11. April 1913 erblickte er das Licht der Welt; hinzu kamen noch zwei Schwestern: Luise und Käthe. Seine Eltern waren der Landwirt Georg und Ottilie Ruf, geb. Hitzfelder.

Von 1919 bis 1927 besuchte Franz Ruf die Volksschule in Löffelstelzen. 1927 siedelte er nach St. Ludwig über, der damaligen Missionsschule unserer Abtei. Den zweiten Teil seiner Gymnasialzeit verbrachte er in Würzburg. Eine Unterbrechung war die Zeit beim „Reichsarbeitsdienst“ von April bis Oktober 1936. Danach meldete er sich sogleich in Münsterschwarzach und wurde am 15. Oktober 1936 ins Postulat aufgenommen. Vier Tage später war er schon Novize, und am 21. Oktober 1937 feierte er seine Zeitliche Profess. Nach dem Philosophiestudium an der Universität Würzburg wurde er im Dezember 1939 zum Kriegsdienst eingezogen. Das Ende des Krieges erlebte er in  amerikanischer Gefangenschaft bis 1945. Wieder daheim in Münsterschwarzach, begann er sofort sein Theologiestudium in Würzburg; er war auch Präfekt im Kolleg St. Benedikt.

Ab 1949 kristallisierte sich seine weitere Zukunft heraus: Vorbereitung auf den Missionseinsatz in Südafrika. Durch Bischof Matthias Ehrenfried/Würzburg wurde er am 6. Juli 1947 zum Priester geweiht. Am 26. März 1955 wurde P. Heribert nach Südafrika ins Zululand ausgesandt und trat in Mahlabatini seine erste Stelle als Kaplan an. Ab 1955 war er Pfarrer in Cassino. Acht weitere und auch große Pfarrstellen betreute er bis 1992 (z. B. Nongoma, Mbongolwane, Nandi, Inkamana, Twasana, Dumme).

Mit 80 Jahren übernahm er noch ab Februar 1992 die Stelle des Hausgeistlichen im Studienhaus Honig. Im März 1994 gab er die Leitung in jüngere Hände und zog sich in das Zentrum unserer Südafrika-Mission zurück – die Abtei Inkamana. Dort lebte er in Frieden mit sich und den vielen Menschen, die immer noch und immer wieder zu ihm kamen.

Zehn Jahre später entschloss er sich, sein geliebtes Südafrika für immer zu verlassen. Am 3. Dezember 2004 kehrte er nach Münsterschwarzach zurück – nach 54-jährigem Missionsdienst für Gott und die Menschen. P. Heribert war Mensch und Missionar mit einer begeisternden und selbstlosen Einsatzfähigkeit. Mit Schwung, Optimismus und Elan ging er immer an neue Aufgaben heran. Er war begnadet mit einer Lebensenergie, die nicht alltäglich ist. Wir danken Gott, dass er eine so lange Zeit einer der Unseren sein durfte – und es auch gerne war.

Wir feiern das Requiem für ihn am Freitag, den 20. Mai 2011, um 14 Uhr in der Abteikirche Münsterschwarzach. Anschließend beerdigen wir ihn auf unserem Klosterfriedhof. R.I.P.

Abt Michael und Konvent von Münsterschwarzach