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„Steht auf und geht euren Weg!“

Verabschiedung der Abiturienten des EGM – In einem Abschlussgottesdienst sind am Freitag die Abiturienten des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach (EGM) verabschiedet worden. Mit einer klaren Anweisung brachte Schulseelsorger P. Jesaja Langenbacher OSB in seiner Predigt das Abimotto „12 Jahre im falschen Film“ mit dem Evangelium zusammen.

Der Abiturjahrgang 2017/2018 des EGM hat es geschafft. 91 Schülerinnen und Schüler haben das Abitur bestanden. Und das überdurchschnittlich gut: Sechs Schüler schafften den Gymnasialabschluss mit einer Traumnote von 1,0. Doch nicht nur im Gottesdienst zählte etwas anderes als die Noten.

Das Drehbuch des bisherigen Lebens würden die Schülerinnen und Schüler nun hinter sich lassen, so P. Jesaja in seiner Predigt. Im Evangelium käme dieses „Hinter-sich-Lassen“ durch den blinden Bartimäus zum Ausdruck, der seinen alten Mantel abwirft und Jesu Aufforderung ("Geh!") folgt. Jeder müsse sich mit Beginn dieses neuen Lebensabschnittes fragen, wer sie oder er hinter einer Fassade von bisher gespielten Rollen sei. Nun hätten die Jugendlichen die Aufgabe, ihr eigenes Drehbuch zu schreiben. Doch wichtig sei vor allem der Blick der Liebe auf andere Menschen, betonte der Schulseelsorger. Nur so könne die Welt zu leuchten beginnen.

Vergangenes hinter sich lassen, Neues beginnen – so hätten auch die Apostel Petrus und Paulus gehandelt. Sie seien damals dem Ruf Gottes gefolgt. Dieser Ruf gehe heute, am Gedenktag der großen Apostel, auch an die Jugendlichen, so P. Jesaja weiter. Alle falschen Filme und Rollen sollten sie hinter sich lassen und aufstehen für den neuen Lebensfilm. „Bringt euch ein! Die Welt braucht euch!“ Die Jugendlichen seien aufgefordert, ihre Talente dort einzusetzen, wo sie nach dem Abitur hingehen werden. Sie sollen damit „leuchten und glänzen“.

Eine Filmklappe als Schlüsselanhänger, die jedem vom Schulseelsorger überreicht wurde, symbolisiere die Verantwortung, jeden Tag neu als „man selbst“ zu beginnen und als liebevoller Mensch für andere da zu sein. „Steh auf! Geh deinen Weg und sei ganz!“ – mit diesem Worten verabschiedete P. Jesaja die Abiturienten bei der Übergabe. Währenddessen schrieben die Eltern gute Wünsche auf, die später mit Luftballons gemeinsam in die Luft geschickt wurden. Im Schlusssegen wünschte der Schulseelsorger den Abiturienten den beflügelnden Zauber des Anfangs.

Bei der anschließenden Feier in der Mainschleifenhalle betonte Schulleiter Robert Scheller die Persönlichkeit hinter jedem Zeugnis und jedem Notenschnitt. Besonders bedankte er sich bei den Absolventen für ihr soziales Engagement bei der Aufnahme von Flüchtlingen in der Abtei. Weiter zitierte er den Journalisten Jan Ross, der die Fragen „Wie willst du leben? – Wer willst du sein?“ als Erklärung für den Kern des Glaubens anführt. Das Ziel der Schule sei es immer gewesen, den Schülern die Freiheit zu geben, diese Fragen selbst zu beantworten. Die Generation der Schüler müsse um diese Freiheit weiter kämpfen und so die freiheitliche Gesellschaft erhalten: „Wir brauchen wieder mehr Herz, mehr Einsatzfreude, wir brauchen den Mut zu sagen, was ist und was nicht ist!“

Bereits während des Gottesdienstes wurde der Abt-Egbert-Preis an Johanna Wemhöher, die im Schulsanitätsdienst, der Afrikagruppe und verschiedenen Theater-und Musikgruppen war, verliehen. Weitere Auszeichnungen gab es für die Schülerinnen und Schüler mit einem Abiturschnitt von 1,0: Corinna Barthelme, Johanna Graber, Martin Gießmann (bestes Abitur), Julia Kerzner, Isabel Kestler und Johanna Wemhöher.

Das EGM als 1901 von Mönchen gegründete Schule versteht sich auch über 110 Jahr später noch eng mit der Benediktinerabtei Münsterschwarzach verbunden. Erst Ende 2017 wurde deshalb ein neues Schulkonzept in Kraft gesetzt. Die wichtigen Grundwerte der Ehrlichkeit, des Respektes und der Wertschätzung sollen immer im Kontext der Nähe zum Kloster vermittelt werden.

 

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