Adventskalender

16. Dezember: RB 27,3

Münsterschwarzacher Adventskalender am 16. Dezember mit P. Maurus Schniertshauer OSB zu RB 27,3.

„Der Abt schicke Senpekten vor, das heißt ältere, erfahrene Brüder, die den schwankenden Bruder fast unvermerkt trösten, ihn zu Demut und Genugtuung bewegen und trösten, damit ihn nicht allzu große Traurigkeit überwältigt… (RB Kap.27, 3)    

ICH BIN MANCHMAL SAUER. DANN MACHE ICH ALLE MEINE TÜREN ZU UND SCHLIESSE MICH EIN.

Nicht unbedingt in meine Zelle, aber in mich selber. In einer gewissen Weise gleiche ich da einem gekränkten Kind, das sich aus verletztem Stolz oder aus falscher Trauer über eine echte oder vermeintliche Kränkung in sein Zimmer zurückzieht und sich einigelt. Der Heilige Benedikt kommt im 27. Kapitel seiner Regel auf solche Situationen zu sprechen. „Wie sich der Abt um die Ausgeschlossenen sorgen soll“, so ist dieses Kapitel überschrieben. Die Ausgeschlossenen müssen nicht notwendigerweise offiziell aus der Gemeinschaft ausgeschlossen sein, sondern es ist auch denkbar, dass sie sich selbst in sich verschlossen haben.

Was soll der Abt nun tun? Er soll wie ein kluger Arzt erfahrene Brüder zu dem Mitbruder senden, die ihn fast unvermerkt zu trösten verstehen und ihn zu einer Geisteshaltung bewegen, in der er bereit wird, auch seinen eigenen Anteil an der Situation einzusehen. Von solchen Menschen, die es verstehen, andere durch gute Worte und durch die Liebe, die sie ihnen zeigen, aus ihrer selbstgewählten Isolation herauszurufen, lebt jede Gemeinschaft. Gott sei Dank kommen sie nicht nur, wenn sie vom Abt geschickt werden, sondern auch einfach so, auf eigenen Antrieb.

Zum Advent gehören offene Türen! Nicht nur am Adventskalender!

Mir fällt dazu folgender Vers aus der Adventsliturgie ein:

„Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und sagt ihr, dass ihr Frondienst zu Ende geht“ (Jes 40,1)

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