Fastenzeit

Die Zusage Gottes - egal was geschieht

Fastenimpuls von P. Christoph Gerhard OSB.

Am zweiten Fastensonntag hören wir in jedem Jahr das Evangelium von der Verklärung Jesu. Sie findet sich bei Markus, Matthäus und Lukas in sehr ähnlicher Form. Jesus erfährt ein besonderes Zeichen, eine Stärkung auf seinen Weg: das Zeugnis der Propheten und vor allem das Zeugnis seines Vaters: Du bist mein geliebter Sohn!

Und in Richtung der Jünger spricht eine Stimme: auf ihn sollt ihr hören!

Verklärung sagt etwas über unsere Bestimmung als Menschen aus. Zu allererst gilt sie Jesus Christus, aber sie gilt jeden von uns, der durch die Taufe mit Christus verbunden ist. Verklärung sagt also etwas über unsere grundlegende Bestimmung als Menschen aus, die wir nicht aus uns selbst haben.

Verklärung ist die Würde, die uns von Gott geschenkt wird und die uns nichts und niemand nehmen kann – außer dass wir uns ihr verweigern und sie nicht wahrhaben wollen. Verklärung ist ein Ausblick auf das, wo es mit unserem Leben hin geht: auf Ostern, auf unsere Auferstehung hin, auch nach unserem irdischen Tod, weil Gott uns angenommen hat mit Jesus Christus. In der Taufe, Firmung und in jedem Gottesdienst will Gott uns sagen: Du bist mein geliebtes Kind, meine Tochter, mein Sohn, an dem ich mein Gefallen gefunden habe!

Allerdings heißt das nun jetzt nicht, dass Leid- und Todeserfahrungen von uns genommen sind. Sie gibt es noch – auch und auch davon berichtet uns das Evangelium: die Leidensankündigung folgt dem Tabor-Erlebnis. Es geht wieder vom Berg hinunter in den Alltag, nach Jerusalem durch Leid und Tod hin zur Auferstehung.

Noch mehr und tiefer: Wir sind selbst auch nicht einfach herausgenommen aus unserer eigenen Fähigkeit zum Bösen. Unsere Freiheit lässt diese Möglichkeit für einen jeden von uns. Aber Jesus Christus hat uns erlöst aus Teufelskreis der Gewalt und Gegengewalt, weil uns Gott in Jesus den Weg zur Versöhnung und Neubeginn gezeigt hat.

Das ist die Zusage Gottes: egal was geschieht, du bist mein geliebtes Kind, gerade in Leid- und Todeserfahrungen! Selbst auch dann, wenn du dich völlig in deinem Leben verirrst und in schlimmste Sackgassen der Gewalt und des Verrates gerätst: Ich lasse dich nicht im Tod, sondern rufe dich ins Leben zurück.

Ich wünsche uns immer wieder Erfahrungen der Nähe, der Liebe Gottes und seiner Zusage, dass wir Kinder Gottes sind. 
Und ich wünsche uns dies gerade in den Leid- und Todeserfahrungen unserer Welt.