Neuer "Ruf in die Zeit": Das Leben erscheitern

Die neue Ausgabe des „Ruf in die Zeit“ sucht nach Wegen in der Krise.

„Gott liebt diese Welt“, heißt es im neuen „Ruf in die Zeit“. Die Juli-Ausgabe des Münsterschwarzacher Missions-Magazins nimmt dabei die Welt mit aller Krankheit, Gewalt oder Not in den Blick und überlegt: Wie gehen wir als Christen damit um?

Leugnen oder leichtfertig darüber hinweggehen scheidet aus. Dafür sind die Erfahrungen zu drastisch: Wenn eine Missionsstation in Mosambik von Terroristen überfallen und zerstört wird; wenn Krankenhäuser mit der Pandemie zu kämpfen haben; wenn Familien Lohn und Brot verlieren, weil der Staat einen Lockdown beschließt. Auf den Philippinen heißt es dann: „Bahala na!“. Was auch immer geschieht, das geschieht. Br. Remigius Ziemba OSB berichtet von seinem Einsatz dort, und wie gerade die Armen darüber ihre Lebensfreude nicht verlieren. Krisen sind für viele „Anlass, umzudenken und umzukehren. Die Familie, die Gesundheit und das Leben zu schätzen. Vor allem aber auf Gott zu vertrauen.“ 

Dass Missionsprojekte scheitern können, berichtet P. Christian Temu OSB. Das war in der Vergangenheit so, und darum wird auch die zerstörte Station in N’nango in Mosambik wieder aufgebaut werden, „dank der Unverwüstlichkeit unserer jungen Missionare und dank unserer Wohltäter“. Temu, der im vergangenen Jahr die Aufgabe des Missionsprokurators der Kongregation übernommen hatte und nun zum neuen Abt von Ndanda in Tansania gewählt worden ist, macht auf zwei Dinge aufmerksam: „Der Teufel wandert nicht weit weg von den Engeln“, wie eine afrikanische Weisheit sagt. Und: Mit mutigem Geist und Gebet wird „die Mission im Nachbarland wieder aufleben“.

Leid kann so als „Geburtswehen für Neues“ aufgefasst werden, wie P. Anselm Grün OSB in seinem Beitrag über Lebensfreude in dieser Welt beschreibt. Und Br. Ansgar Stüfe erklärt, wie Krankheit Anstoß sein kann, sich mit der Realität auseinanderzusetzen – und nach Heilungsmöglichkeiten zu suchen. Br. Ansgar, der als Arzt jahrzehnte in Afrika tätig war, hatte nun die Corona-Maßnahmen in der Abtei Münsterschwarzach zu organisieren. Wieder eine andere Aufgabe ist es, Krankheit einfach ohne Jammern zu ertragen. Darüber schreibt Norbert Waldorf in einem persönlichen Lebensbericht.

Bei alledem ist klar, dass es ein Scheitern gibt, an dem nichts herumzudeuteln ist. Sterben und Tod sind radikal. Heißt das, dass das Leben dann sinnlos ist? „Haben wir in der Pandemie nur auf das Leben gesetzt und das gute Sterben vergessen?“, fragt Pfarrer Wilfried Hagemann. Hagemann war lange Leiter des Zentrums für Spiritualität im Ökumenischen Lebenszentrum Ottmaring; war Regens in Münster, Gründungsrektor der Katholischen Akademie Stapelfeld. Als Freund und Biograph des verstorbenen Bischofs Klaus Hemmerle erinnert er an die Erfahrung, dass „das Leben erscheitert werden muss“. „Ostern ist nicht das glückliche Ende eines verharmlosten Todes“, so ein Zitat Hemmerles. Christus hat uns mit dem Karfreitag „Auferstehung erscheitert“.

Harte Kost, aber hoffnungsfrohe. Im Interview erklärt auch die Münchner Logotherapeutin Anja Bayer, dass Leid und Lebensfreude sich nicht widersprechen müssen. „Es gibt kein Leben ohne Leid“, zitiert sie Viktor Frankl. Leid kann aber auch gute Erfahrungen schenken. Anja Bayer ist selber an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Sie vermittelt in ihren Kursen: „Krebs spricht Liebe“.

Weitere Themen: Br. Andreas Knapp beschreibt, wie syrischen Christen, die „alles verloren haben – nur nicht ihren Glauben“,  in Leipzig einen Neuanfang wagen. Bücher aus dem Vier-Türme-Verlag machen auf das „Glück der kleinen Dinge“ aufmerksam. Im Münsterschwarzacher Hilfsprojekt geht es um ein Auszeit-Haus im Norden Chinas. Dort erfahren Priester und Ordensleute, wie sie an Problemen auch reifen können.

Wichtig ist dabei, offen über Probleme zu sprechen. Das wusste schon der heilige Benedikt, wie Abt Michael Reepen in seinem Impuls zum Thema feststellt. Das Leben ist kein Honigschlecken, sondern oft hartes Brot. Vor Krisen davonzulaufen, bringt dabei nichts. Es gilt, sich ihnen zu stellen, denn: „Wenn wir durch die Enge hindurch sind, weitet sich das Herz.“

Der „Ruf in die Zeit“ erscheint vier Mal im Jahr und vertieft aktuelle Themen. Zugleich informiert das Magazin über Hilfsprojekte der Missionsbenediktiner sowie über Neues aus der Abtei Münsterschwarzach. Der „Ruf in die Zeit“ wird an Freunde und Spender verteilt. Im Internet ist er als Pdf abrufbar. Die nächste Ausgabe erscheint im Oktober 2021 zum Thema „Worauf warten wir?“

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