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Labora et labora: von Bienen und Mönchen

Während die Mönche der Abtei Münsterschwarzach den Alltag „betend und arbeitend“ verbringen, sind die Abteibienen am „schaffe, schaffe, Wabe baue“. Ein Besuch bei den „Imkermönchen“ P. Deocar Engelhard OSB und Br. Andreas Adolf OSB.

Suchbild: Wo ist die Bienenkönigin?
Julia Martin

Je länger man imkert, desto weniger merkt man die Bienenstiche, heißt es. Die „Abteiimker“ P. Deocar und Br. Andreas bestätigen das. Wenn sie denn überhaupt gestochen werden. Das Wichtigste beim Imkern: Nicht nach den Bienen schlagen! Und um die Bienenkästen mit insgesamt 19 Völkern herrscht jetzt in den Sommermonaten Hochbetrieb. Bis zu 50.000 Bienen kann ein Volk in dieser Zeit haben.

Das bedeutet aber nicht nur Arbeit für die Bienen, sondern vor allem für die Imker. Gerade hat P. Deocar Honig geschleudert – lieber zu früh, als zu spät, sagt er. „Sonst besteht die Gefahr, dass die Bienen komplett ausfliegen. Es macht keinen Spaß, ein ganzes Volk einzufangen.“ Der Wassergehalt in den Honigzellen (Waben) zeigt an, wann der richtige Zeitpunkt ist. Er sollte unter 18 Prozent liegen. Wie das gemessen wird? An der Verdeckelung der Waben. Wenn der Nektar zu Honig verarbeitet wird, verschließen die Honigbienen die Zellen mit eigens produziertem Wachs.

Nach dem Schleudervorgang bleibt dieses Wachs mit Honig- und Nektarresten zurück. In den Müll kommt es aber nicht. „Die Bienen fressen das wieder. Wir füllen das deshalb in den Bienenstock zurück“, erklärt P. Deocar während Br. Adreas die Masse in einen speziellen Aufsatz schaufelt. Keine hektischen Bewegungen, alles entspannt. Beide tragen nicht einmal spezielle Schutzkleidung, die Bienen sind friedlich. Deckel auf den Kasten, fertig. Zumindest fast.

Die Hobbyimker schauen noch nach den „neuen“ Völkern. Mit einem roten Punkt ist die Königin markiert. Sie krabbelt auf einer der mittleren Rahmen des Bienenkastens, der sogenannten "Magazinbeute". „Das bestätigt wieder unsere Theorie, dass sich die Königin immer geschützt durch ihr Volk aufhält“, meint P. Deocar. Ein anderes Volk ist noch nicht so weit entwickelt. Noch immer ist die Königin nicht geschlüpft. Die „Weiselzelle“, in der die Königin heranwächst und die sich optisch unterscheidet, ist noch verschlossen. Also, weiter warten. Bis die neuen Völker aber Honig bringen, dauert es noch.

Die Bienen sind in zweierlei Hinsicht für das Kloster wichtig. Neben der Produktion von Honig bestäuben sie die klostereigenen Obstbäume und sorgen so für eine gute Ernte. Pro Jahr erzeugt ein Bienenvolk im Schnitt 20 bis 30 Kilogramm Honig. In der Abtei Münsterschwarzach geht der direkt an das Gästehaus, das Recollectio-Haus und den Konvent. Selbstversorger, wie es in der Benediktsregel steht: „Sie sind dann wirklich Mönche, wenn sie wie unsere Väter und Apostel von ihrer Hände Arbeit leben (RB 48,8)." Klosterbienen gibt es in Münsterschwarzach deshalb vermutlich seit den Anfängen der Abtei. Die Mönche leben auch hier ganz im Sinne des Ordensgründers.

Veröffentlicht am 04.07.2018 um 13:49 von Julia Martin

Abtei Münsterschwarzach
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