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Informationszentrum

Eintauchen in die Welt der Mönche

"Ora et labora" - der zentrale Leitspruch der Benediktiner.
 Walter Sauter

Ein Leben im Rhythmus von „ora et labora“ (bete und arbeite) zeichnet benediktinische Klöster weltweit aus. Auch im Informationszentrum steht dieses Motto im Mittelpunkt des großen, zentralen Raums. Mit weißer Schrift auf grauem Stahl. Darüber schwebt die stilisierte Rosette der Abteikirche von Münsterschwarzach wie eine wärmende, lichtvolle Sonne. So macht die Installation zwei der wichtigsten Aspekte des Klosters erfahrbar: Das benediktinische Leben der Mönche und den zentralen Ort der Anbetung, die Kirche der Abtei Münsterschwarzach.

Aber nicht nur dieser Aspekt des Lebens und Wirkens der Mönche wird im Februar 2016 eröffneten Informationszentrum beleuchtet. Da geht es auch um Fragen wie: Woher kommen die Benediktiner? Was steht in der Regel des Heiligen Benedikts, die bis heute das Leben der Mönche prägt? Was haben sie in den 1200 Jahren ihrer Gemeinschaft in Münsterschwarzach erlebt? Und vor allem: Wie sieht das Leben der „Klösterer“ denn heute aus?

Auf all diese Fragen gibt das neue Informationszentrum Auskunft; allerdings nicht nüchtern und trocken mit vielen, langatmigen Texten. Nein: In den beiden Räumen können die Besucher mit allen Sinnen eintauchen in die Welt der Mönche.

Das von Museumsdesigner Matthias Kutsch (Erlangen) und seinem Team entwickelte Konzept nimmt den Besucher von Anfang an die Hand. Nicht um ihn zu bevormunden, vielmehr werden sensible Einblicke gewährt in das, was einen Mann zum Mönch macht. Schließlich, so der Gedanke, soll der Besucher mit seinem eigenen Lebensweg konfrontiert werden, der auch in der Fragen enden darf: Wo ist mein innerer Mönch? Was spricht mich an, was am Benediktinischen inspiriert mich für mein Leben?

„Weg der Benediktiner“

Nicht zuletzt deshalb führt der mit einem grauen Band markierte „Weg der Benediktiner“ durch die zwei Räume zunächst durch eine Engstelle, an der aus der Benediktsregel zitiert wird: „Der Weg des Heils ist nur in einem engen Anfang zu beginnen. Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben voranschreitet, dem wird das Herz weit“. Eine Kerze und ein Spiegel in der Engstelle markieren zweierlei: Den Blick auf mich selbst und den Blick auf die spirituelle Dimension unseres Seins. Wir folgen dem großformatigen Bild, das den Zug der Mönche zeigt.

Klausur und Offenheit - zwei scheinbare Gegensätze bei der Frage: Warum Mönch sein?
 Walter Sauter

Erster Raum

Hier geht es vor allem um die Frage: Warum Mönch sein? Ein Installation aus alter Eiche mit einem bebilderten Drehrad aus Metall benennt scheinbare Gegensätze: Alleinsein und Gemeinschaft, Klausur und Offenheit, Gebet und Auftrag. Diese Begriffe werden zusammengeführt unter dem Begriff Ganzheit, der als große Überschrift über dem Leben der Klosterbrüder steht. Weiter kann der Besucher in diesem Raum in der Regel des heiligen Benedikt blättern, ein Kunstobjekt von Pater Meinrad Dufner OSB mit dem Titel „Segen und Sägen“ bestaunen oder etwas über die Entstehung des Benediktinerordens erfahren.

Zweiter Raum

Hier geht es um das Wie. Wie leben die Benediktiner heute? Beim Betreten des Raums wandert der Blick an derzentralen Installation „Ora et labora“ vorbei auf die gegenüberliegende Wand: Ein großes Bild der Sakristei lässt sofort die spirituelle Dimension des Mönchslebens erspüren. Daneben hängt ein original Habit eines Benediktiners, den man auch anfassen darf. Zwei Plätze laden zum Hinsetzen ein, an denen man die Aussagen von verschiedenen Mönchen hören kann. Sie erzählen, weshalb Sie sich entschlossen haben, ins Kloster zu gehen. Noch stilechter ist das historische Chorgestühl, wo man dem Chorgesang der Mönche lauschen oder im Gebetbuch blättern kann.

Überhaupt: In diesem Raum gibt es ganz viel zum Anfassen, Anhören, Fühlen. Ein beweglicher Zeitstrahl beleuchtet wichtige Episoden aus der 1200jährigen Geschichte der Abtei, an einem Art „Zaubertisch“ kann man sich die verschiedenen Berufe der Benediktiner bildlich zeigen lassen oder man erfährt etwas über Mission heute unter dem Motto: „Weit weg – wir sind schon da“.

Die Hobbys der Mönche oder Fragen zum Alltag beantwortet die Installation "Aus dem Nähkästchen geplaudert".
 Walter Sauter

Nähkästchen

Ein ganz besonderes Highlight ist jedoch die Wand mit dem Titel: Aus dem Nähkästchen geplaudert“: Dort werden Fragen spielerisch beantwortet wie: „Bekommen Mönche ein Taschengeld?“ oder „Was tragen Mönche unter dem Habit?“ Aber der Besucher erfährt auch einiges über die Hobbys der Benediktiner oder kann sehen, wie im Kloster auch Fasching gefeiert wird.

Der Weg durchs Informationszentrum endet an einem Bild, das den Blick  in der Weite öffnet. Daneben stehen einige weiß gespritzte Schuhe, die sich auch sonst an verschiedenen Stellen im Raum befinden. Sie sollen den Besucher daran erinnern, dass es hier nicht nur um eine Ausstellung geht, sondern um eine Begegnung mit sich selbst. Wohin geht mein Weg? Was hat mir das Leben der Mönche zu sagen? Der Weg endet schließlich in der Zusage: „Du wirst ankommen!“

Konzeptentwicklung

Das von Museumsgestalter Matthias Kutsch und seinem Team von Impuls-Design (Erlangen) erarbeitete Konzept sieht vor, dass man das Zentrum problemlos ohne Führung besichtigen kann. Ihm zur Seite stand eine Projektgruppe aus den Patres Meinrad Dufner, Richard Maria Kuchenbuch und Frank Möhler. Die Bilder sind von Andrea Göppel oder kommen aus dem Klosterarchiv, die Texte hat Monika Bach verfasst.

Im Raum der Gastfreundschaft: Abt Michael Reepen OSB im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk bei der Eröffnung des Informationszentrums.
 Walter Sauter

Raum der Gastfreundschaft

Der Zugang zum Informationszentrum erfolgt über das Torhaus. Gegenüber findet sich der ebenfalls neue „Raum der Gastfreundschaft“. Zentral ist ein Brunnen des Bildhauers Thomas Reuter, aus dem frisches Wasser aus der Klosterquelle sprudelt. Entlang der Wändegibt es Sitzbänke, die Besucher, Radfahrer und Wanderer einladen, sich dort bei einer Brotzeit nieder zu lassen oder bei Regen sicheren Schutz zu finden.

Öffnungszeiten

Das Informationszentrum und der Raum der Gastfreundschaft sind täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Informationszentrum ist frei. 

 
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