„Der Gerechte mag mich schlagen – es ist Liebe,
er mag mich züchtigen – es ist Salböl;
mein Haupt wird sich nicht dagegen sträuben.“ (Ps 141,5)
Kritik, auch aus gutem Grund, anzunehmen, fällt uns selten leicht. Sie trifft die Punkte, an denen wir uns verletzlich fühlen. Der genannte Psalmvers lädt zu einer anderen Sicht ein: Wenn ein Mensch uns aus Sorge und Liebe auf etwas hinweist, kann darin etwas Heilsames liegen. Solche Worte wollen nicht verletzen, sondern helfen, klarer zu sehen.
Die Fastenzeit ist eine besondere Zeit der Selbsterkenntnis. Sie lädt uns ein, unser Leben im Licht Gottes zu betrachten. Ehrliches Feedback – von Menschen oder aus dem Wort Gottes – kann uns helfen, uns selbst wahrhaftiger zu sehen und neu auszurichten.
Ein Beispiel dafür ist die Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen (Evangelium des 3. Fastensonntags). Jesus spricht ihre Lebensgeschichte an – nicht verurteilend, sondern mit Achtung. Diese ehrliche Begegnung öffnet ihr die Augen. Sie bezeugt in der Stadt: „Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“ (Joh 4,39)
Gute Worte können wie Salböl eine durchschlagende Wirkung haben. Wenn sie aus Achtung und Liebe gesprochen sind, landen sie richtig und treffen das Herz.