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Mysterienspiel zum Fest der Erscheinung des Herrn

Abtei Münsterschwarzach lässt Tradition an Epiphanias aufleben

Die Abtei Münsterschwarzach hat das Epiphaniasfest in diesem Jahr auf besondere Weise begangen. Im feierlichen Gottesdienst erfolgte die Aufführung eines Mysterienspiels. Damit besann sich das Kloster auf eine Tradition, die bereits auf das elfte Jahrhundert zurückgeht. Das Dreikönigsspiel reflektierte die Botschaft des Gottesdienstes: wie nähern wir uns dem Kind in der Krippe.

Bei der Begrüßung betonte Abt Michael Reepen die Verbundenheit mit den Menschen weltweit im Livestream. „Das passt gut zu Epiphanie. Auch die drei Könige kamen aus der Ferne nach Bethlehem“, erläuterte er. Anschließend wandte er seinen Blick auf die Krippe. Diese kommt aus Peru und hat ebenfalls einen weiten Weg hinter sich. Die Darstellung von Jesus Geburt ist stark durch die südamerikanische Kultur geprägt. So bringen die drei Könige ortsübliche Geschenke wie Fische oder Bananen mit. Ein Gedanke, den Abt Michael Reepen aufgriff. „Was bringen wir mit? Was ist uns wichtig? Wichtig ist, dass wir heute hier sind. Dass wir uns mitgebracht haben“, lautete seine Botschaft.

P. Christoph Gerhard eröffnete die Predigt mit leisem Humor. Trotz seines astronomischen Engagements stünde der Stern von Bethlehem nicht im Fokus, wie er erklärte. Vielmehr ging es um die Begegnung von Menschen mit der Krippe. Seine Erkenntnis: Nicht nur schöne Dinge, sondern auch alles Schwere und Schmerzhafte hat dort Platz. Wer Gott in der Krippe findet, geht als verwandelter Mensch zurück in die Welt. „Wir sind die von Gott Beschenkten und haben den Auftrag nach der frohen Botschaft zu leben“, resümierte P. Christoph Gerhard.

Im Anschluss folgte die Aufführung des Mysterienspiels. Bereits Mitte des elften Jahrhunderts entstand die szenische Darstellung rund um die drei Könige. Es existieren allerdings nur noch Bruchstücke vom Werk aus dem Tochterkloster Lambach. Damals wie auch heute geht es darum, die Geschichte anschaulich und emotional zu vermitteln. Im Spiel ließ sich verfolgen, wie die Wanderer aus den fremden Ländern dem Stern zur Krippe folgen. Dort legten sie ihre Gaben nieder. Doch der Weg führte weiter, von der Krippe zum Altar. Am Tisch des Herren übergaben die Wanderer Brot und Wein.

Die katholische Kirche feiert am 6. Januar das Fest der Erscheinung des Herrn. Dieser Tag lädt Gläubige ein, sich zu erinnern, dass Jesus Christus als Erlöser der Welt erschienen ist. Die Anbetung des neugeborenen Jesuskinds durch die drei Könige – wie im Matthäus-Evangelium überliefert – symbolisiert dies.