Wann ist fair eigentlich fair?
Zehn Grundsätze, die den fairen Handel prägen
Aromatischer Kaffee aus Tansania, bunte Ohrstecker aus Chile, handgeflochtene Körbe aus Peru – im Fair-Handel der Abtei Münsterschwarzach gibt es eine breite Palette an Produkten. Doch was verleiht den Erzeugnissen das besondere Prädikat? Dass sie aus fernen Ländern stammen, sagt darüber noch nichts aus. Vielmehr legen konkrete Kriterien fest, wann von fair gehandelter Ware gesprochen werden kann.
Ein wichtiges Prinzip ist die Bekämpfung von Armut. Produzentinnen und Produzenten sollen die Möglichkeit erhalten, sich eine sichere Existenz aufzubauen. Doch das ist nur ein Punkt. Die World Fair Trade Organization (WFTO) hat insgesamt zehn Grundsätze zusammengestellt. Die 350 Mitglieder aus 70 Ländern verpflichten sich zu deren Einhaltung. Auch viele andere Betriebe, wie der Fair-Handel in Münsterschwarzach, richten sich danach.
Im Mittelpunkt der Leitlinien stehen die produzierenden Menschen. Dabei handelt es sich um Angestellte, Arbeiterinnen und Arbeiter in Landwirtschaft, Handwerk und Kleinunternehmen. Für sie ist eine gerechte Bezahlung essentiell, von der sie leben können. Das beinhaltet unter anderem eine faire Preisgestaltung bei den Produkten. Des Weiteren gilt eine Null-Toleranz-Haltung gegenüber der Ausbeutung von Kindern und anderen Formen der Zwangsarbeit.
Vielmehr muss die Arbeitsumgebung sicher und gesundheitsverträglich gestaltet sein. Gesetzliche Vorgaben – zum Beispiel mit Blick auf Arbeitszeiten – sind streng einzuhalten. Ein Fokus liegt zudem auf der Fort- und Weiterbildung der Produzentinnen und Produzenten. Mit gezielten Maßnahmen sollen sie ihre Fähigkeiten und ihr Know-how fortlaufend ausbauen. Zu den Grundsätzen zählt darüber hinaus, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit zu akzeptieren. Ob Geschlecht, Religion, Beeinträchtigung oder Gewerkschaftszugehörigkeit – es darf zu keinerlei Diskriminierung kommen.
Alle Akteurinnen und Akteure sollen sich außerdem für den Umweltschutz beziehungsweise gegen den Klimawandel einsetzen. Das umfasst einerseits ein ressourcenschonendes, sozial gerechtes und wirtschaftlich tragfähiges Agieren. Andererseits gilt es, die produzierenden Menschen bei Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen.
Die WFTO legt zudem großen Wert auf Transparenz bei den Geschäftsbeziehungen. Das beinhaltet eine offene Kommunikation miteinander. Gleichzeitig gehört zu den Vorgaben, Erzeugerinnen und Erzeuger in Entscheidungen miteinzubinden. Faire Handelspraktiken spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Nicht die Gewinnmaximierung steht im Vordergrund. Schon gar nicht zu Lasten der Produzentinnen und Prdouzenten. Vielmehr ist Solidarität mit diesen Menschen im gemeinsamen Handel gefragt.
Die Grundsätze des fairen Handels im Überblick