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Was von Weihnachten bleibt

Die Krippe als Begleiter ins neue Jahr

So schnell wie Weihnachten kommt, ist es für viele Menschen auch wieder vorbei. Doch gibt es einen offiziellen Endpunkt für die Feiertage? Wie kann unsere Krippe die Weihnachtsfreude weitertragen in den Alltag? Was gibt sie uns für das neue Jahr mit auf dem Weg? Viele Fragen, die wir gemeinsam mit P. Zacharias Heyes beantworten.

„Das Ende der Weihnachtszeit begehen wir in der katholischen Kirche offiziell am Sonntag nach Heilig Dreikönig. Dann feiern wir das Fest der Taufe des Herrn. Wir erinnern uns, dass Jesus im Jordan getauft wurde“, erklärt der Pater aus Münsterschwarzach. Früher, bis zur Liturgiereform im Jahr 1970, endete Weihnachten erst am 2. Februar. An diesem Tag ist Lichtmess, heute als Fest der Darstellung des Herrn im liturgischen Kalender verankert. In der Abteikirche bleiben Christbaum und Krippe bis Anfang Februar stehen.

Zur Tradition im Kloster gehören seit vielen Jahren auch ungewöhnliche Krippendarstellungen. „Dieses Mal kommt die Krippe aus Peru, sie ist eine Leihgabe unseres Fair-Handels“, verrät P. Zacharias Heyes. „Sie besteht aus großen gebrannten Tonfiguren, die Menschen vom Volksstamm der Shipiboindianer zeigt.“ Die peruanische Kultur zieht sich dabei als roter Faden durch die Darstellung der Weihnachtsgeschichte.

Das lässt sich nicht nur an der Panflöte in der Hand des Engels erkennen. Das Jesuskind liegt auf bunten Blättern statt im Stroh. Die drei Könige haben Fische, Bananen und ein Äffchen als Geschenke dabei. Nicht Esel und Ochse, sondern Löwe und Panther leisten dem Neugeborenen Gesellschaft. Eine Anlehnung an den Propheten Jesaja? Dieser spricht von der friedlichen Koexistenz von Löwe und Kalb, Panther und Ziege – unter einem kleinen Kind. „Dieses Bild ist ein Symbol des Frieden. Wer an Gott glaubt, darf in Frieden leben und diesen auch weitergeben“, erläutert P. Zacharias Heyes.

In Peru, Heimat der Münsterschwarzacher Krippe, liegt ein großer Teil des Amazonasgebietes. Dieses steht im Mittelpunkt der aktuellen Weihnachtsaktion des Hilfswerks Adveniat. Das Motto lautet: Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“. Die Krippe in der Abteikirche versteht sich als Zeichen der Solidarität. Sie steht für den Schutz der Natur und der indigenen Völker. Gottes Frieden für die Menschen und die Bewahrung seiner Schöpfung – zwei wichtige Botschaften, die uns im neuen Jahr begleiten wollen. Und das auch, wenn Weihnachten schon lange vorbei ist.