Unser Gebet

Fünfmal am Tag kommen wir Mönche in unserer Abteikirche zusammen. Wir unterbrechen das, was wir gerade tun, für unser Gebet. Morgens unseren Schlaf. Tagsüber unsere Arbeit.

Das Stundengebet ist ein wichtiger Bestandteil monastischen Lebens. Beten und Arbeiten - ora et labora - so lässt sich unser Tagesrhythmus gut zusammenfassen. Unser Ordensgründer Benedikt von Nursia hat bereits in seiner Klosterregel präzise Angaben zu den Gebetszeiten und Psalmen festgeschrieben. Vor dem Hintergrund dieser Jahrhunderte alten Tradition versuchen wir, unser Leben zu gestalten und nach Gott auszurichten.

Das gemeinsame Gebet verbindet uns Benediktiner - in unserer Gemeinschaft und mit unseren Missionsklöstern weltweit. Auch Gäste und Besucher sind herzlich eingeladen, mit uns die Psalmen zu singen und am täglichen Konventamt teilzunehmen. Sonntags feiern wir in der Abteikirche noch zwei weitere heilige Messen. Jeden dritten Freitag im Monat findet außerdem unsere Jugendvesper in der Krypta statt.

„Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden.“ (RB 43,3)

Der heilige Benedikt hat bei der Gründung seiner Klöster dem Gebet einen besonderen Stellenwert im mönchischen Leben gegeben. In seiner Ordensregel handeln allein 13 Kapitel von der Liturgie - von Gottesdiensten in der Nacht bis zur Anzahl der Psalmen bei den Gebetszeiten. Alles ist von ihm bis ins Detail beschrieben.

In dieser Tradition leben wir Mönche bis heute. Die Konventsglocke unterbricht unsere tägliche Arbeit und ruft uns zum Gebet. In der Abteikirche kommen wir zusammen und singen die Psalmen. Morgens, mittags, abends.

Unser Stundengebet beginnt um 5 Uhr morgens mit der Morgenhore (Vigil und Laudes). "Auch in der Nacht lasst uns aufstehen, um ihn zu preisen", schreibt Benedikt in seiner Regel. Immer wollen wir wachsam und bereit für Gott sein. In unserem Konventamt um 6.30 Uhr feiern wir täglich das Gedächtnis der Auferstehung. Mittags kommen wir um 12 Uhr zusammen, um in der Mittagshore zu beten. Um 18 Uhr beten wir die Vesper und beschließen das Ende unseres Tages um 19.35 Uhr mit der Komplet.

Unser Stundenbuch

"Singt die Psalmen in Weisheit." (RB 19,4)

In der Abtei Münsterschwarzach beten wir nach dem "Benediktinischen Antiphonale". Ausgehend vom Hebräischen wurden Psalmen und Cantica ins Deutsche übersetzt. Die drei Bücher für unser Stundengebet werden von unserem Vier-Türme-Verlag herausgegeben und weltweit verkauft. 

Das Benediktinische Antiphonale ist das Stundenbuch der Benediktiner. Es ist in jahrelanger Arbeit von Benediktinermönchen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz entstanden, die dafür die Bibeltexte (Psalmen und Cantica) ausgehend von den hebräischen Originaltexten auch im Hinblick auf die Singbarkeit der Texte im Stundengebet neu übersetzten.

So beten nicht nur wir Mönche in Münsterschwarzach, sondern auch viele andere Ordensgemeinschaften und Einzelpersonen mit unseren Stundenbüchern. Eine große Gebetsgemeinschaft. 

Die Kraft des Psalmengebets trägt uns und alle, die sich mit dem Benediktinischen verbunden fühlen. Wir beten nicht nur miteinander, sondern auch füreinander. Als Gemeinschaft von Christen. Im täglichen Psalmensingen fordert Benedikt uns auf, Herz und Stimme in Einklang zu bringen und so Gott zu loben. Im Gebet machen wir Mönche uns gemeinsam auf, Gott zu suchen. Und jeder ist eingeladen, sich mit uns auf diese Suche zu machen.

Kontakt

Abtei Münsterschwarzach
Schweinfurter Str. 40
97359 Münsterschwarzach
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