Erfahrungsberichte vom Kloster auf Zeit

Kloster auf Zeit - Zwei Teilnehmer berichten

So war der erste "Kloster auf Zeit"-Kurs, der im August nach Corona-Pause wieder stattfinden konnte.

Die Woche "Kloster auf Zeit" verging wie im Flug. Und das, obwohl wir das Gefühl hatten, schon nach kurzer Zeit eine gefühlte Ewigkeit da zu sein. Aber von vorne.
Von Montagabend bis Sonntagmittag waren 11 junge Männer im Alter von 18 bis 41 im Kloster angekommen um eine Sinn- und Ich-Suche anzutreten. Einfach mal ausspannen und ankommen. Stille genießen und Lebensfragen beantworten. Letztlich Gott suchen.
So waren wir aus Deutschland und Schweiz, allen möglichen Denominationen, geistlichen und kulturellen Hintergründen zusammengekommen, um Gemeinschaft mit der monastischen Kongregation von der Abtei Münsterschwarzach zu haben.

Den Alltag der Mönche mit zu erleben, bedeutete für uns, dass der Wecker morgens bzw. für den ein oder anderen nachts um halb fünf klingelte. Um fünf Uhr begann das Morgengebet. Einige von uns verschliefen dabei, was aber sehr wohlwollend aufgefasst wurde. Es folgte auf das „ora“, das „et labora“ und so beteiligten wir uns an der vielseitigen Arbeit im Kloster: Von der Pferdekoppel, über den Garten bis zum Schwimmteich konnten wir Eintauchen in das Leben zwischen Arbeit und Stundengebet. Zwischen dem gemeinsamen Mittag- und Abendessen mit den Brüdern, bei denen geschwiegen und aus der Bibel und der benediktinischen Regel gelesen wird, hatten wir freie Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten und gemeinsam zu reflektieren, zu meditieren und in Gottes Ruhe zu kommen.
Alles in allem war diese Woche eine Erfahrung zwischen Stille und Einkehr, sowie Jubel und Freundschaft. Waren wir uns am Anfang gestresst und gejagt von unserem Alltag, voller Fragen und Träumen; so konnten wir im Laufe der Woche eine Öffnung des Herzens zu Gunsten der Gottesgegenwart wahrnehmen und in unsere Mitte kommen.

Drei Motive seien hier noch einmal aufgegriffen:

  1. Höre! Dies war die einzige Aufforderung, die als imperativ uns die Woche hindurch begleitete. Dem Ohr mehr Raum geben, bedeutet auch seine Augen zu schließen und dem Außen seine Vormachtstellung zu entziehen. Zurück im Alltag erlebe ich doch oft, dass es gerade der visuelle Fokus unserer Gesellschaft ist, die mich ablenkt meine Ohren zu spitzen und Gottes Stimme zu hören.
  2. Bete! Ora et labora – Das Beten der Psalmen früh morgens und oft im Halbschlaf war für mich sehr eindrücklich, denn seitdem umfasst das Gebet mich auch im unbewussten, müden und unaufmerksamen Alltag. Alles darf und soll Gebet sein – und es kann Gebet sein, auch, wenn ich müde und schwach bin oder keine eigenen Gedanken und Worte formulieren kann.
  3. Arbeite! Ora et labora – Das Arbeiten aus Gottes Perspektive der Ewigkeit zu verstehen war sehr befreiend: Ich arbeite fleißig, aber ich lebe für die Gemeinschaft mit Gott. Und so kann jede Arbeit als Teil des Lebens Gottesdienst werden. Geld, Erfolg, Besitz und Karriere sind alles nichtig gegen die Gemeinschaft mit Jesus.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass der Alltag mit all seiner Wucht der Gewohnheit diesen drei Motiven wenig Raum lässt. Doch die große Ermutigung ist, dass Gott gegenwärtig ist und bleibt und, dass es Brüder gibt in Münsterschwarzach, die jeden Morgen um fünf Uhr in der Früh den Tag im Gebet begrüßen und mit Ihnen dürfen wir in den jeden neuen Tag starten, auch nach fünf Uhr.

Ein großer Dank soll hiermit stellvertretend für die ganze Kongregation an Pater Frank und Bruder David ergehen, die uns in großer Hingabe und Liebe auf unserem Weg durch das Kloster begleiteten

So grüßen wir alle anwesenden und abwesenden Brüder und freuen uns, so Gott will, auf ein baldiges Wiedersehen in Christus unserem Herren. Amen.

Samuel & Benjamin

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