Abtei Münsterschwarzach ehrt Jubilare am Kirchweihfest
Acht Mönche feiern besonderen Anlass
Es hat Tradition, dass die Abtei Münsterschwarzach am Kirchweihsonntag ihre Jubilare würdigt. In diesem Jahr begingen acht Mönche am 13. September ihr Profess- und Priesterjubiläum. Die Ehrung fand im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes mit vielen Gästen in der Abteikirche statt.
Abt Michael erinnerte zu Beginn des Gottesdienstes an den besonderen Anlass. „Vor 88 Jahren wurde diese Kirche geweiht. Seitdem ist sie ein Ort des Gebetes, der Begegnung und der Gemeinschaft“, erklärte er. „Wir selbst sind lebendige Steine der Kirche. Einige dieser Stein dürfen heute ganz besonders hervorleuchten“, führte er weiter aus, bevor er die Jubilare persönlich begrüßte.
Die Predigt übernahm P. Udo Küppers. Er wandte sich direkt an seine Mitbrüder: „Nicht ihr habt euch für Gott entschieden. Gott hat sich für euch entschieden. Und ihr habt ja gesagt.“ De Profess sei nicht, so P. Udo, in erster Linie ein Versprechen, auf das sich der Mönch etwas einbilden könne, sondern eine Liebeserklärung Gottes gegenüber einem jungen Menschen, der sich ihm vorbehaltlos verschreiben wolle. Mit Blick auf den konkreten Auftrag als Mönch erklärte er in seiner Ansprache: „Der Mönch soll ihm Dienst des Lebens stehen und Christus dabei sichtbar, erfahrbar, spürbar machen.“
Wichtiger Bestandteil des Pontifikalamtes war die Erneuerung des Gelübdes durch die Jubilare. Dies erfolgte in Erinnerung an das Versprechen, dass sie damals bei ihrer Profess abgegeben hatten. Dabei gelobten die Mönche vor Abt und Konvent, auch künftig nach der Regel des Heiligen Benedikt zu leben. Gleichzeitig versprachen sie, sich für das Kloster und den Orden einzusetzen.
Nach dem Gottesdienst lud der Mönchskonvent die Gäste zum Empfang in die Räumlichkeiten des Egbert-Gymnasiums ein. Bei Getränken und einem Imbiss gab es die Gelegenheit, mit den Jubilaren anzustoßen.
Die Jubilare
P. Udo Küpper OSB (50 Jahre Priester) wurde 1945 in Junkershausen geboren. 1964 erfolgte der Eintritt in unsere Abtei. Nach der Zeitlichen Profess 1965 studierte er Philosophie in St. Ottilien, anschließend Theologie in Würzburg. Zudem machte er eine Ausbildung zum Erzieher. Von 1971 bis 1978 war er Präfekt, bis 1985 Regens des Internates St. Maurus in Münsterschwarzach und. Am Gymnasium unterrichtete er Religion. 1987 bis 1992 leitete er Leiter das Gästehaus. Von 1993 bis 2004 bestellte ihn Abt Fidelis zum Prior der Abtei. Gleichzeitig wirkte Pater Udo über zehn Jahre als Geistlicher Begleiter im Recollectio-Haus. Von 2004 bis 2013 befindet er sich als Prior in Damme/Oldenburg im Einsatz. Zu seinen weiteren Aufgaben zählen die Tätigkeit als Betreuer von „Erwachsen auf Kurs" oder als Oblatenrektor. Viele weitere Aufgaben füllen bis heute seinen Alltag aus. Er ist ein gefragter Seelsorger in der Einzelbegleitung von suchenden Menschen. Wir freuen uns, dass wir einen Mitbruder haben, der eine innere Ruhe ausstrahlt, der ein offenes Ohr für uns hat, der auch im Alter noch treu seinen Dienst tut.
P. Deocar Engelhard OSB (50 Jahre Priester und 60 Jahre Profess), geboren 1944 in Herrieden, kam 1956 in unser Internat und Gymnasium nach Münsterschwarzach. Er trat 1965 nach dem Abitur in die Abtei ein und legte 1966 die Zeitlichen Gelübde ab. Die Feierliche Profess folgte 1971. Nach dem Theologiestudium ging es für P. Deocar 1972 in das Priorat nach Damme/Oldenburg, zunächst als Präfekt, dann als Regens im dortigen Internat. 1976 wurde er zum Priester geweiht. 1993 ernannte ihn Abt Fidelis zum Prior in Damme. 2002 kehrte er in die Abtei zurück und arbeitete im Gästehaus. 2006 bis 2010 übernahm er dessen Leitung. Als geistlicher Begleiter ist er für viele Menschen Ansprechpartner im Gästehaus, gab dort zahlreiche Kurse und war auch im Recollectio-Haus gefragter Ratgeber. Nebenbei kümmert er sich als Bienenvater um mehr als 15 Völker. Schon immer war er an allem Technischen interessiert und kompetenter Ansprechpartner bei Reparaturen. Abt Michael würdigte ihn an seinem 80. Geburtstag als fleißigen und bescheidenen Mitbruder.
Br. Timotheus Schwab OSB (70 Jahre Profess) kam am 10. Juli 1937 in Würzburg zur Welt. 1954 trat er ins Kloster ein und legte 1956 seine Zeitliche Profess ab. Die Ewigen Gelübde erfolgten 1962. Von 1955 bis 1959 lernte er Elektro-Maschinenbauer, dem schloss sich eine Ausbildung als Industriekaufmann an. Br. Timotheus war viele Jahre in der Verwaltung und der Prokura eingesetzt. Von 1984 bis 1988 durfte er in der Abtei Peramiho und im Priorat Uwemba/Tansania mithelfen. Nach seiner Rückkehr arbeitete er wieder in der Verwaltung, im Lohnbüro, an der Kasse und übernahm das Amt des Zweiten Cellerars. Schnell fiel seine Fähigkeit, Menschen zu führen, auf. So war er von 1964 bis 1983 in der Verantwortung und Ausbildung der jungen Brüder eingebunden. Als Mitglied der Abteifeuerwehr, als Trompeter bei der Kloster-Blasmusik und als Cantor engagierte er sich lange Zeit. 2011 wartete eine neue Aufgabe auf ihn, er ging für fünf Jahre in unser Priorat nach Damme. Von dort zurückgekehrt, hilft er bis heute als zuverlässiger Pförtner an der Klosterpforte mit.
P. Daniel Klüsche OSB (65 Jahre Priester und 70 Jahre Profess) wurde 1932 in Lauban/Schlesien geboren. 1955 trat er in die Abtei Münsterschwarzach ein, legte 1956 die Zeitliche Profess ab, die Feierlichen Gelübde 1959. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie erhielt er 1961 die Priesterweihe. Durch seine praktischen und pädagogischen Fähigkeiten konnte er vielerorts eingesetzt werden. So war er Leiter des Spätberufenen-Seminars in Bamberg, 1964 wirkte er als Regens im Internat St. Maurus und Lehrer am Gymnasium in Münsterschwarzach. Über zehn Jahre half er in der Klosterverwaltung, im Gästehaus und in der Seelsorge mit. 1982 wechselte er ins Priorat nach Damme. Dort war er Gastpater, hielt Exerzitienkurse und wurde ein geschätzter geistlicher Begleiter. Nach seiner Rückkehr im Jahr 2002 arbeitete er im Archiv und Recollectiohaus. Wieder kamen Menschen, um bei ihm im Sprechzimmer Rat und Hilfe zu suchen. In einem Vortrag sagte er einmal: „Schweigen muss immer wieder bejaht, belebt werden. Schweigen dient der Stille als Voraussetzung für das Hören. Und: Rechtes Schweigen hilft zum rechten Leben.“
Br. Jona Schäfer OSB (40 Jahre Profess) wurde am Aschermittwoch 1954 in Lohr am Main geboren. Er bekam bei der Taufe den Namen Wolfgang. Nach der Volksschule und der Realschule folgte eine Ausbildung bei der Deutschen Post. Schon immer war er kirchlich engagiert, zunächst als Ministrant später als Lektor und Sonntags-Sakristan. Es folgten zwei Jahre Studium in Lantershofen. Während dieser Zeit belegte er Kurse in Münsterschwarzach. Das führte 1985 zum Eintritt in die Abtei. Bei der Noviziatsaufnahme wurde aus Wolfgang Br. Jona. Ein Jahr später legte er die Zeitliche Profess ab. Eine weitere Ausbildung zum Bürokaufmann folgte. Verwaltung und Lohnbüro waren seine Einsatzbereiche. Danach führte ihn der Weg in die Kloster-Buchhandlung. Dort lernte er den nächsten Beruf: Buchhändler. Am Missionssonntag 2009 bekam er das Missionskreuz für die Abtei Peramiho überreicht. 2012 kehrte er aus Afrika zurück und arbeitete in der Klosterverwaltung sowie an der Verwaltungspforte. Hier ist er der Verantwortliche und verteilt die eingehende und ausgehende Klosterpost. Damit ist Br. Jona wieder in seinem alten Beruf „Postler“ angekommen.
Abt Mauritius Wilde OSB (40 Jahre Profess), geboren 1965 in Hildesheim, trat er 1985 in Münsterschwarzach ein. Er studierte Philosophie und Theologie in Würzburg. Anschließend war er als Präfekt im Internat St. Maurus und Lehrer am Egbert-Gymnasium tätig. Zudem arbeitete er in der Jugendseelsorge. 1996 setzte er sein Theologiestudium an der Universität Tübingen fort, spezialisierte sich auf Meister Eckhart und promovierte 2000 mit der Dissertation: „Das Neue Bild vom Gottesbild. Bild und Theologie bei Meister Eckhart“. 2002 erfolgte die Priesterweihe. Von 1999 bis 2010 leitete er den Vier-Türme-Verlag. Als Prior war er von 2011 bis 2016 in unserem Haus in Schuyler/USA. 2016 ernannte ihn Gregory Polan, der Abtprimas der Benediktinischen Konföderation, zum Prior von Sant’Anselmo in Rom. Dies machte ihn auch zum Rektor des „Collegio Sant’Anselmo“. Daneben lehrte er am Athenaeum spirituelle Theologie und die Regel des heiligen Benedikt. 2025 ernannte ihn das Ordensdikasterium der Römischen Kurie zum Abt der Abtei Maria Laach. Am 15. November desselben Jahres wurde Abt Mauritius vom Trierer Bischof Stephan Ackermann benediziert.
P. Thomas Aquin Leitner OSB (40 Jahre Profess) kam 1959 in Nördlingen zur Welt. Nach dem Abitur folgte das Philosophiestudium an der Universität Augsburg, dann das Studium der Theologie an der Universität Tübingen mit Abschluss als Diplom-Theologe. Als Zivildienstleistender in unserem Kloster fand er durch Begegnungen mit Mönchen, Teilnahme an den Gebetszeiten und Kurse im Gästehaus seine Berufung. 1985 trat er in unsere Abtei ein. Ein Jahr später legte er die Zeitliche Profess und 1989 die Feierliche Profess ab. Die Priesterweihe erhielt er im Jahre 1992. Von 1989 bis 1991 befand er sich zum Missionseinsatz in der Abtei Ndanda/Tansania. 1991 bis 1993 belegte P. Thomas Aquin einen Pastoralkurs in St. Louis/USA und schloss diesen mit dem Diplom eines Master of Arts ab. Er war von 1993 bis 1996 ein zweites Mal in der Abtei Ndanda, dort half er in der Pfarrseelsorge mit und gab den afrikanischen Mitbrüdern im Noviziat Unterricht. 1997 wechselte er in unser Priorat nach Schuyler/USA. Dort leitet er das Exerzitienhaus und hält zahlreiche Exerzitienkurse. Durch seine freundliche Herzlichkeit ist er ein beliebter geistlicher Begleiter für viele suchende Menschen.
P. Adam Petras OSB (40 Jahre Profess) wurde 1965 in Neligh, Nebraska/USA geboren. 1983 schloss er sich unserer Gemeinschaft im Priorat Schuyler/USA an. Zur Noviziatsausbildung kam er in die Abtei Münsterschwarzach. 1986 legte er seine Zeitliche Profess ab, 1990 folgte die Feierliche Profess. Zwei Jahre besuchte er die Schule in Yankton, die er mit dem Diplom als Religionslehrer abschloss. 1990 bis 1994 folgte das Theologiestudium in Mount Angel-Abbey. P. Adam hat sich viele Jahre als Sozialarbeiter und Therapeut für Menschen, die auf der Straße leben sowie für Menschen mit geistiger Behinderung eingesetzt. Auch die Arbeit mit kriminellen Pflegekindern lag ihm am Herzen. Von 2014 bis 2019 war er in der Abtei Münsterschwarzach in der Flüchtlingsarbeit sowie im Gästehaus tätig. Viele Menschen, die in die Abtei kommen, fragen immer noch nach dem „freundlichen Amerikaner“, der mit viel Humor und seiner amerikanisch-deutsch akzentuierten Aussprache die Herzen der Gäste erreichte. 2019 kehrte er nach Schuyler zurück. Als Subprior und Cellerar sowie als gefragter Seelsorger ist er für die kleine Gemeinschaft ein wichtiger Mitbruder.






















