
Austausch einmal anders
Französische Schülerinnen lernen Arbeitsalltag in der Abtei kennen
Zwei Wochen verbrachten Célestine und Emma in Münsterschwarzach. Doch statt Schulunterricht und Tagesausflügen stand ein umfassender Einblick in verschiedene Klosterbetriebe auf dem Programm. Die beiden Mädchen aus Mulhouse hatten sich entschieden, ihr Schulpraktikum in Deutschland zu absolvieren.
Für Emma und Celestine war es allerdings kein kompletter Sprung ins Ungewisse. Im Dezember 2025 hatten sie bereits am Schüleraustausch teilgenommen. Somit kannten sie das Egbert-Gymnasium, das Abteigelände und die Region. Trotzdem erwies sich der Aufenthalt für die beiden 15-Jährigen als kleines Abenteuer. Allein in einem Land mit einer fremden Sprache, und auch der Einsatzbereich war im Vorfeld nicht bekannt. Letztendlich durften die Schülerinnen mit dem Fair-Handel, dem Laden „Buch und Kunst im Klosterhof“ und der Gärtnerei einen Querschnitt der Klosterbetriebe kennenlernen.
Für Emma hatte es pragmatische Gründe, das Praktikum in Deutschland zu machen. Sie möchte später in der Schweiz arbeiten. Daher war es ihr wichtig, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Besondere Freude bereitete ihr der Aufenthalt in der Gärtnerei, da sie gerne mit den Händen arbeitet. Aber auch die Tätigkeit im Fair-Handel gefiel ihr. Dort durfte sie den Warenbestand kontrollieren und Regale auffüllen. Ein großer Pluspunkt beim Praktikum war für Emma, dass sie ihre sprachlichen Fähigkeiten ausbauen konnte. Der mehrfache Wechsel zwischen den Betrieben hat ihr nicht so gut gefallen. Aktuell ist ihr Plan, nach der Schule eine Ausbildung als Physiotherapeutin zu absolvieren.
Auch für Célestine spielte der sprachliche Aspekt eine entscheidende Rolle für ihre Entscheidung, nach Münsterschwarzach zu kommen. Nach dem Abitur würde sie gerne in der Rechtsmedizin arbeiten und das am liebsten in Deutschland. Als Kind wollte Célestine gerne Verkäuferin werden. Kein Wunder, dass sie sich im Fair-Handel sowie in der Buchhandlung besonders wohl fühlte. Zu ihren Aufgaben zählte dort unter anderem die Preisauszeichnung der Produkte sowie das Verpacken von Geschenken. Die Arbeit in den Betrieben gefiel ihr so gut, dass sie im nächsten Jahr wieder kommen möchte. Dazu hat eventuell auch ihre Vorliebe für deutsches Essen wie Schnitzel oder Bratwurst beigetragen.
Beide Schülerinnen freuten sich, dass sie während ihres Aufenthalts überall auf freundliche Menschen trafen. Auch die Unterbringung in den Gastfamilien funktionierte reibungslos. Emma und Célestine fühlten sich gut aufgehoben. Die Entscheidung, das Praktikum in Münsterschwarzach zu absolvieren, erwies sich somit für die Schülerinnen als gute Wahl.

