Brüderliche Hilfe aus Südkorea
Über 200 Bücher neu gebunden und restauriert
Großauftrag für Br. Romano Kim aus der Abtei Waegwan: in Münsterschwarzach hat er zahlreiche Bücher neu gebunden und teilweise auch restauriert. Mit dem Projekt schließt sich der Kreis. Vor 20 Jahren hat der Mönch sich die Buchbindekunst in Deutschland angeeignet. Heute leistet er im Gegenzug Unterstützung in der Abtei Münsterschwarzach.
Bereits zum dritten Mal verbringt Br. Romano Zeit in Deutschland. Nach dem Eintritt ins Kloster macht er eine Lehre als Kfz-Mechaniker. Als die Druckerei vor Ort eine moderne 4-Farb-Druckmaschine erwirbt, schickt ihn sein Abt nach Deutschland. Dort soll er den Beruf des Offset-Druckers von der Pieke auf lernen. Ziel ist Münsterschwarzach. Die Abtei gehört genau wie das Kloster in Waegwan zur Benediktinerkongregation von St. Ottilien. Der Klosterverband vereint rund 1.000 Mönche in 55 Klöstern, die sich in 20 Ländern befinden.
Die Drucker-Ausbildung lastet Br. Romano nicht komplett aus. Er nutzt die Zeit, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Zudem interessiert er sich für die Arbeit der Buchbinderei. Er schaut Betriebsleiter Br. Theodor Gabel ganz genau über die Schulter, probiert am Wochenende viel selbst aus und holt sich am Montag Verbesserungsvorschläge. So eignet er sich im Lauf der Monate das nötige Wissen eigenständig an. Bei seiner Rückkehr nach Südkorea bringt er einen großen Erfahrungsschatz aus Deutschland mit.
Vor 13 Jahren kommt er ein zweites Mal, schon damals, um den Mönchen in Münsterschwarzach unter die Arme zu greifen. Als in diesem Sommer erneut Hilfe benötigt wird und Abt Blasio Park fragt, sagt Br. Romano gleich zu. Ihn erwartet ein großes Projekt. So gilt es, rund 200 Chorbücher neu zu binden. Darüber hinaus gibt es weitere Bücher, die restauriert werden müssen. Im Konvent freuen sich die Mönche über die instand gesetzten Gebetsbücher. Das neue Messbuch sorgt ebenfalls für Begeisterung. Das Außerdem erstellt Br. Romano ein neues Gästebuch für die Abtei.
Die Buchbinderei ist echtes Handwerk. Damit die Chorbücher in neuem Glanz erstrahlen, sind viele Handgriffe nötig. Die beschädigten Umschläge müssen entfernt und der Buchrücken gesäubert werden. Danach leimt Br. Romano den Rücken und bringt zur Stabilisierung ein Stück Gaze an. Im nächsten Schritt befestigt er vorne und hinten ein neues Vorsatzpapier. Dieses ist verstärkt und dient als Übergang zum Einband. Anschließen fertigt er den neuen Umschlag an, der zum Schluss mit dem Buchblock verbunden wird.
Nachdem das Projekt jetzt abgeschlossen ist, geht es zurück nach Südkorea. „Ich habe mich sehr wohl in Münsterschwarzach gefühlt. Etwas traurig macht mich, dass viele der Brüder inzwischen verstorben sind“, erklärt Br. Romano. „Ich habe den Friedhof besucht und mich an frühere Zeiten erinnert. Es war aber auch sehr schön, die neue Generation an Brüdern kennenzulernen.“







