Zum Hauptinhalt springen
Älterer Mönch in einem Büro vor einer Landkarte, neben ihm ein Strauß Sonnenblumen

Br. Titus feiert 85. Geburtstag

Ein Leben für die Landwirtschaft

Br. Titus Ziegler hat am 5. August seinen 85. Geburtstag gefeiert. 1941 in Großwenkheim geboren, wuchs er mit 10 Geschwistern, sechs Schwestern und vier Brüdern, auf dem elterlichen Bauernhof auf. Bereits in jungen Jahren spürte er eine Verbundenheit zum klösterlichen Leben. Eine Tante sowie ein Onkel waren Teil einer Ordensgemeinschaft. Als weiteres wegweisendes Ereignis erwies sich der Besuch eines Vortrags im Jahr 1954 über die Korea-Mission. „Ich wollte Missionar werden“, erinnert sich Br. Titus mit einem Lächeln, wie sehr ihn die Veranstaltung bewegt hat.

1958 stellte er die Weichen und trat in die Abtei Münsterschwarzach ein. Gleichzeitig startete er mit seiner Ausbildung. „Eigentlich wollte ich in die Landwirtschaft. Dort gab es damals aber keinen freien Platz“, erzählt er. „Also habe ich mich für eine Lehre als Schuhmacher entschieden. Bereits mein Großvater hat immer Schuhe repariert.“ Nach Beendigung der Ausbildung arbeitete er nicht nur als Schuhmacher, sondern aufgrund von Personalmangel auch als Metzger.

Zwei Jahre pendelte er zwischen beiden Berufen, bevor 1960 die nächste Veränderung folgte. Zum einen legte er in diesem Jahr seine Zeitliche Profess ab. Zum anderen wechselte er in den Landwirtschaftsbereich und absolvierte dort erfolgreich die Ausbildung. 1964 führte in sein Weg nach Krandorf in der Oberpfalz. Zehn Jahre kümmerte er sich gemeinsam mit Mitbrüdern um den Marienhof. In dieser Zeit schloss er erfolgreich die Landwirtschaftsmeisterprüfung ab. „Nachdem ich das entsprechende Alter erreicht hatte, folgte 1966 die Ewige Profess“, berichtet Br. Titus. „Aufgrund der Wehrpflicht konnte damals das Gelübde erst ab einem Alter von 25 Jahren abgelegt werden.“

1974 stand der nächste Wechsel an. Auch dieses Mal ging es nicht in die Mission. Das Ziel war stattdessen das Klostergut Kaltenhof bei Schweinfurt. Dort kümmerte sich Br. Titus um die Schweinezucht. 1976 bildete er sich als Schweinezuchtmeister fort. Das Wissen und die Erfahrung wurden ab 1984 in Münsterschwarzach benötigt. Br. Titus übernahm die Leitung der Landwirtschaft. Bis 2002 hatte er das Amt inne, bildete in dieser Zeit zahlreiche Lehrlinge aus.

Schließlich endete die Zeit in der Landwirtschaft. Die folgenden Jahre arbeitete Br. Titus als Hausmeister im Kloster Damme. Nach der Rückkehr in die Abtei Münsterschwarzach im Jahr 2009 war er im Gästehaus tätig. Die letzte Änderung erfolgte 2011. Seitdem unterstützt er die Missionsprokura in der Poststelle. Dort kümmert er sich um die Tagespost und die Anschreiben zum Namenstag. Auch wenn ihn der Weg nicht in die Mission geführt hat, ist Br. Titus mit seinem Leben zufrieden. „Ich war in meinem Leben wenig krank, bin auch heute noch fit“, freut er sich. „30 Jahre habe ich überwiegend in kleinen Gemeinschaften gelebt. Das ist einerseits fordernd, da sich jeder voll einbringen muss. Gleichzeitig ergibt sich ein gutes Miteinander. Zudem hat mir meine Arbeit bis heute immer sehr viel Spaß gemacht.“