Zum Hauptinhalt springen

Das enge Band der Abtei in die USA

Über 90 Jahre gemeinsame Geschichte von Münsterschwarzach und Schuyler

Fast 8.000 Kilometer liegen zwischen Münsterschwarzach und Nebraska. Trotz der Entfernung besteht ein enges Band zwischen den Missionsbenediktinern und den USA. Denn im Ort Schuyler befindet sich ein Priorat (Niederlassung) der Abtei Münsterschwarzach. Bis heute prägt ein reger Austausch – auch über die große Distanz des Atlantiks hinweg – das Miteinander.

In den frühen 1930-er Jahren nahm alles seinen Anfang. Einige Brüder aus Münsterschwarzach begaben sich in den wirtschaftlich wie politisch schwierigen Zeiten in die Vereinigten Staaten. Ziel war es, Spenden für die Mission zu sammeln. Überraschend ergab sich die Gelegenheit, ein leerstehendes Kloster zu übernehmen. Die Lage im Mittleren Westen erwies sich mit Blick auf die Reisetätigkeit als ideal. Somit erfolgte 1935 die Gründung des Missionshauses in Schuyler.

Seitdem ist viel passiert. 1979 fand der Umzug in neue Räumlichkeiten statt. 1985 wurde das heutige Kloster zum Priorat erhoben. Und 1997 öffnete das Gäste- und Exerzitienhaus St. Benedict Center seine Pforten. Neben der Betreuung der Gruppen und Einzelgäste liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Seelsorge vor Ort. Ob in der lokalen Pfarrei, an der Universität oder beim Zeltlager – den Mönchen ist ein enger Kontakt zur Bevölkerung wichtig. Nach benediktinischer Tradition prägt das Stundengebet den Tagesrhythmus. Fünfmal am Tag kommt die Gemeinschaft zum Gebet zusammen. 

Rund zehn Brüder leben aktuell in Schuyler. Seit 2023 leitet P. Anastasius Reiser als Prior das Haus. Gleichzeitig ist er als Missionsprokurator tätig. Er hatte bereits 2017 bei einem Aufenthalt das Kloster kennengelernt. Während in früheren Zeiten viele Brüder aus Deutschland eingebürgert wurden, befindet sich P. Anastasius auf Basis eines Visums in den USA. Da aktuell die turnusgemäße Verlängerung ansteht, ist er momentan in Deutschland anzutreffen. P. Anastasius freut sich aber bereits auf eine hoffentlich baldige Rückkehr.

Die enge Verbundenheit zeigt sich im regelmäßigen Kontakt. So stattete Abt Michael Reepen den Brüdern erst kürzlich einen Besuch ab. „Mir ist es wichtig, regelmäßig die Brüder zu besuchen und mit allen Brüdern ins Gespräch zu kommen. Auf diese Weise ist es möglich zu schauen, wo der einzelne Mitbruder steht und wie er auf dem Weg ist. Der Fokus liegt immer auf der Stärkung des Gemeinschaftslebens, denn es ist eine hohe Kunst, in einer Gemeinschaft von zehn verschiedenen Mitbrüdern in Frieden zu leben. Daran üben wir beständig.“ Darüber hinaus konnte sich Abt Michael vor Ort vom Ergebnis der frisch abgeschlossenen Renovierung des Klosters überzeugen.

Zudem reisten die Novizen der Abtei gemeinsam mit Novizenmeister P. Frank Möhler nach Schuyler. Neben der Freude die amerikanischen Mitbrüder kennenzulernen, erwies sich der Aufenthalt als besondere Fastenerfahrung. Dabei spielte die besondere Landschaft in Nebraska eine große Rolle – karg, weit und still. Diese stark entschleunigende Atmosphäre war nicht nur beeindruckend, sondern hinterließ auch spirituell Spuren. Neben dem lebendigen Austausch standen auch Besuche bei der Universität Yankton und bei den Missions-Benediktinerinnen von Tutzing in Norfolk auf dem Programm.