Ein Solist, drei Instrumente
Klosterkonzert am Tag der Deutschen Einheit begeistert Publikum
Das Abteikonzert am 3. Oktober gehört zu den kulturellen Höhepunkten im Münsterschwarzacher Kloster. In diesem Jahr lag der Fokus auf den Werken von nicht ganz so bekannten Komponisten. Die Abteikirche war bei der Veranstaltung trotzdem sehr gut besucht. Dafür sorgte vor allem Kyrill Zeiher. Als Solist begleitete er an der Geige, Orgel und am Klavier meisterhaft durch das Konzert. An seinerr Seite spielten die Hofer Symphoniker unter der Leitung von Prof. Matthias Beckert.
Organisator P. Domenikus Trautner OSB erzählte bei der Begrüßung, dass er durchaus auch andere Komponisten in Betracht gezogen hätte. Doch Kyrill Zeiher konnte sich mit seiner Musikauswahl durchsetzen. Das gut gefüllte Kirchenschiff zeigte, dass die Besucherinnen und Besucher die Entscheidung honorierten.
Das Concerto gregoriano von Ottorino Respighi erlebte 1922 seine Uraufführung. Es besticht vor allem durch die besondere Verbindung von gregorianischer Kirchenmusik und der spätromantischen Orchestrierung. Bereits im ersten Satz führten die Hofer Symphoniker in den feierlich-meditativen Grundton des Werkes ein. Kyrill Zeiher spiegelte an der Geige die Ruhe des Stücks wider und schwebte musikalisch über dem Orchester. Der zweite Satz baut auf die Oster-Sequenz „Victime paschalis laudes“, die von der Münsterschwarzacher Schola vorgetragen wurde, bevor erst die Streicher und dann das restliche Orchester einsetzten. Der dritte Satz glänzte durch das kunstvolle Spiel von Sologeige und den Symphonikern, das in einem festlichen triumphalen Finale mündete.
Alexandre Guilmants Orgelsymphonie Nr. 1 d-Moll op. 42 entstand 1878. Bei der Fassung für Orgel und Orchester agieren beide in einem gleichberechtigten Dialog. Das „Introduction et Allegro“, begann fulminant. Kyrill Zeiher sorgte dafür, dass der volle Klang der Orgel zur Geltung kam. Die Hofer Symphoniker standen mit ihrem Spiel in dem musikalischen Ringen in nichts nach. Das „Pastorale Andante“ bot einen idyllischen Kontrast. Besonderen Einsatz fanden die Flöten der Orgel. Das ruhige Fugato endete in einem von den Streichern getragenen Finale. Das, „Final Allegro assai“, stand im Zeichen der französischen Orgel-Toccata. Kyrill Zeiher wurde dabei durch rasante Sechzehntel-Ketten und eine virtuose Beinarbeit gefordert. Am Schluss verbanden sich Blechbläser, Trommeln und Orgel zu einem furiosen Finale.
Zum Abschluss erklang das Klavierkonzert a-Moll op.16 von Edvard Grieg aus dem Jahr 1868. Das Werk gilt als gelungene Verbindung von europäischer Romantik mit der norwegischen Tradition. Kräftige Paukenschläge eröffneten den ersten Satz, bevor Kyrill Zeiher mit kaskadenhaften Akkorden am Klavier einsetzte. Im Gegensatz strahlte der zweite Satz eine träumerische Ruhe aus – getragen von der wehmütigen Melodie des Orchesters und umspielt durch das Klavier. Der finale Satz ist durch den norwegischen Volkstanz Halling geprägt. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten dabei den Kontrast zwischen rhythmisch markanten Themen und einem zarten Flötensolo. Ein triumphaler Paukenschlag beendete das Werk.
Das Publikum zeigte sich begeistert. Mit stehendem Beifall honorierten sie die Glanzleistung des Solisten. Der Dank galt gleichermaßen den Hofer Symphoniker und deren Leiter Prof. Matthias Beckert für die wundervolle musikalische Ausgestaltung auf sehr hohem Niveau. P. Dominikus verriet zudem, dass im kommenden Jahr die Regensburger Domspatzen das Abteikonzert gestalten.
















