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Mönch hebt einladend die Hand

Einladung zur Begegnung mit Gott

Wie Exerzitien helfen, den Glauben neu zu erfahren

Regelmäßig finden Exerzitien in der Abtei Münsterschwarzach statt. Gerade ist ein Kurs im Gästehaus zu Ende gegangen. Der Fokus lag dabei auf Einzelexerzitien in der Kleingruppe. Br. Stephan Veit OSB hat die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Woche begleitet. Er bietet einen Einblick in den Kurs und welche Erfahrungen Menschen bei ihm machen.

Die erste Frage liegt auf der Hand. Exerzitien, was ist das eigentlich? „Dabei handelt es sich um geistliche Übungen“, erklärt Br. Stephan. „Diese wollen helfen, die eigene persönliche Beziehung zu Gott neu oder erneut zu finden. Ziel ist es dabei, das eigene Leben von dieser Beziehung prägen zu lassen.“ Bei der Anmeldung gibt es unterschiedliche Motivationen bei den Menschen. Sie sind auf der Suche nach innerer Ruhe, möchten ihren Glauben vertiefen oder eine schwierige Lebensphase reflektieren.

Doch wie funktioniert das genau? Die Exerzitien umfassen verschiedene Übungen. Im Kurs bei Br. Stephan gibt es fünf Schwerpunkte. Dazu zählt die Stille, um den eigenen Gedanken Raum zu geben. Im Gebet können Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Gott über ihre Sorgen, Zweifel und Hoffnungen sprechen. Das Meditieren mit der Bibel gehört ebenfalls dazu. Dabei gilt es die Texte mit Blick auf das eigene Leben zu reflektieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Besinnung. Hier warten oft konkrete persönliche Fragen. Was ist wirklich wichtig? Was soll im eigenen Leben verändert werden? Ein besonderer Augenmerkt liegt zudem auf der Begleitung. Die Gäste haben die Möglichkeit, jeden Tag ein Begleitgespräch mit Br. Stephan zu führen.

Der Kurs ist durch zum einen durch einen festen Rhythmus von Rhythmus-Atem-Bewegung (Eutonie), persönliche  Zeiten für das Gebet, der Gang in die Natur und gemeinsame Essenzeiten im Schweigen geprägt. Zum anderen besteht die Möglichkeit, an den regelmäßigen Gebets- und Gottesdienstzeiten der Mönche teilzunehmen. Das Angebot steht allen Menschen offen. Voraussetzung ist die Offenheit für die Begegnung mit Gott. Darüber hinaus benötigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Bereitschaft, sich auf die Einzelexerzitien in Stille über eine ganze Woche einzulassen.

Durch die intensive Begleitung achtet Br. Stephan, dass die Gruppe nicht zu groß wird. Somit ist der Kurs oft schnell ausgebucht. Denn die Nachfrage nach Exerzitien ist weiter hoch. Und wie ist der persönliche Bezug bei Br. Stephan? „Seit über 40 Jahren halte ich jedes Jahr sechs bis acht Tage Einzelexerzitien für mich persönlich. Es ist für mich eine intensive Zeit“, verrät er. „Beim Schweigen, Beten, in der Natur und im täglichen Begleitgespräch komme ich wieder an meine inneren Quellen. Das hilft mir für meine persönliche Gottesbeziehung und für meinen benediktinischen Alltag in unserer Gemeinschaft.“