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Farben statt Worte

P. Meinrad Dufner OSB präsentierte das „Buch ohne Worte“ beim BuchBesuch

Mehr als 1.000 Seiten, rund vier Jahre Arbeit und bunt wie der Regenbogen: das ist das „Buch ohne Worte“. P. Meinrad Dufner OSB stellte beim Februartermin der Veranstaltungsreihe BuchBesuche das Kunstprojekt vor. Statt Worte standen Farben im Mittelpunkt des Abends im vollbesetzten Atelier der Abtei Münsterschwarzach. Gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern begab sich P. Meinrad auf eine künstlerisch-spirituelle Entdeckungsreise entlang des Lichtspektrums.

Doch was verbirgt sich hinter dem „Buch ohne Worte“? Grundlage bildete ein Messbuch – etwa 100 Jahre alt, inhaltlich von Gebeten und Gesängen geprägt, wie P. Meinrad verriet. In einem aufwendigen Prozess verwandelte sich das Buch in ein Kunstwerk. Die erste Seite ist vergoldet, die zweite Seite schwarz übermalt. Zudem sind vier Buchstaben herausgeschnitten. Dabei handelt es sich um die vier hebräischen Buchstaben, die für den Gottesnamen stehen. Als zentrales Thema sollen diese durch das gesamte Werk wirken.

Anschließend wurde der Abend bunt. P. Meinrad warf mit dem Publikum einen Blick in das „Buch ohne Worte“. Zu jedem farbig gestalteten Abschnitt gab es Impulse. Denn die Farben sprechen mit ihrer eigenen Sprache. Ob Gelb, Blau, Grün oder Orange – mit Gespür vermittelte der Künstler die Botschaften. Dabei zeichnete er Bilder, machte die Farben fühlbar und zeigte auf, mit was wir sie im Alltag verbinden. Immer wieder gab es interessante Details, mal mit feinem Humor, oft mit geistlicher Tiefe. So ließ sich Stück für Stück die Botschaft des Buches nachvollziehbar erschließen. Ganz ohne niedergeschriebene Worte, dafür mit vielen Farben

Musikalisch umrahmten Br. Julian Glienke OSB (Violine) und Thomas Reuter (Akkordeon) die Veranstaltung. Ein besonderer Dank ging am Ende des Abends an Teresa Günther. Sie hatte die praktische Umsetzung des Projektes verantwortet. In den vergangenen Jahren hatte sie in Handarbeit jede einzelne Seite farbig übermalt. Pro Tag, so erklärte P. Meinrad, haben sich maximal zwei Seiten gestalten lassen, bei über 1.000 Seiten eine Mammutaufgabe.