Gestärkt durch Brot und Wein
Gläubige begehen Fronleichnam mit Eucharistie und Prozession
Zehn Tage nach Pfingsten feiern Katholikinnen und Katholiken das Hochfest „Fronleichnam“. Auch in der Abteikirche Münsterschwarzach haben viele Gläubige gemeinsam den Feiertag begangen. Abt Michael Reepen OSB und der Mönchskonvent hatten zu einem Pontifikalamt mit anschließender Prozession eingeladen. Der Gottesdienst fand zusammen mit der Pfarrgemeinde Schwarzach, Diakon Lorenz Kleinschnitz und der Blasmusik Schwarzenau statt.
Für viele Menschen sei Fronleichnam mit besonderen Erinnerungen verknüpft, so Abt Michael zum Auftakt. Dazu würden schön geschmückte Häuser oder eine proppenvolle Kirche gehören. „Wir haben eine andere Zeit heute. Das Entscheidende ist aber: wir sind als Gemeinschaft hier“, betonte er. „Wir bekennen uns zu unserem Glauben, weil er uns Kraft gibt. Brot und der Wein möchten uns stärken für unseren Weg, unseren Alltag.“ Abt Michael Reepen wandte sich zudem direkt an die Menschen im Livestream. Er versicherte: „Auch wenn unsere Zuschauerinnen und Zuschauer wahrscheinlich aus verschiedenen Gründen keine Prozession halten können. Wir nehmen sie heute mit auf unseren Prozessionswegen.“
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Feier der Eucharistie. Denn für Katholikinnen und Katholiken sind Brot und Wein mehr als nur ein Symbol. Sie bringen zum Ausdruck, dass Jesus Christus beim Abendmahl leibhaft gegenwärtig ist. Dafür steht Fronleichnam. Die bleibende Gegenwart Christ findet zudem Ausdruck in der anschließenden Prozession. Von der Abteikirche starten gleich drei Gruppen mit unterschiedlichen Zielorten. Eine Prozession ging nach Stadtschwarzach, eine zweite nach Gerlachshausen, die dritte erfolgte auf dem Abteigelände.
Bei der Klosterprozession trug Abt Michael den Leib Christi in Form einer gewandelten Hostie in einem Schaugefäß über das Gelände. Begleitet wurde er vom Konvent und den Gläubigen. Gemeinsam zogen sie singend und betend am Gymnasium vorbei über den Friedhof zum Haus St. Placidus. Am dort aufgebauten Altar machte die Gruppe Halt. Nach der Lesung des Evangeliums, Fürbitten und dem mit der Monstranz erteilten Segens führte die Strecke zurück in die Abteikirche. Hier endete die Prozession.
Das Fronleichnam-Fest hat eine lange Tradition. Der Ursprung lässt sich auf eine Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahr 1209 zurückverfolgen. 1246 wurde das Fest erstmals in Lüttich begangen. In Deutschland fanden die ersten Fronleichnamsprozessionen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts statt. Der Begriff „Fronleichnam“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Er leitet sich von „vron“ (Herr) und „licham“ (lebendiger Leib) ab.















