Habt Mut, steht auf
15 Schülerinnen und Schüler empfangen das Sakrament der Firmung
In der Abtei Münsterschwarzach ist es bereits gute Tradition. Am Freitag vor Pfingsten findet die Firmung von Schülerinnen und Schüler des Egbert-Gymnasiums statt. In diesem Jahr haben sich 15 junge Menschen für das Sakrament der Firmung durch Abt Michael Reepen in der Abteikirche entschieden. Die acht Mädchen und sieben Jungen aus den 10. Klassen des EGM hatten sich seit März intensiv auf diesen besonderen Tag vorbereitet.
Im Gottesdienst ging Abt Michael auf zwei biblische Geschichten ein. Zum einen betrachtete er die Ereignisse rund um Pfingsten. „Die Jünger und Jüngerinnen waren verzagt. Sie trafen sich hinter verschlossenen Türen, denn sie hatten Angst, dass es ihnen genauso geht wie Jesus“, führte der Abt aus. „Doch dann ist plötzlich Etwas passiert. Sie hörten ein Brausen, das den ganzen Raum erfüllte und auf die Jünger kamen Feuerzungen. Der heilige Geist erfüllte sie. Und sie hatten den Mut, sind aufgestanden und sind hinausgegangen. Sie hatten keine Angst mehr und verkündeten das, was Jesus gesagt hat. Diese Botschaft verbreitete sich um die ganze Welt. Deswegen sind wir jetzt hier.“ Heute, so fuhr Abt Michael fort, seien es die Firmlinge, die aufstehen und die frohe Botschaft weitergeben.
Aber es braucht den Mut, um gegen den Strom zu schwimmen. Hier kam die Geschichte vom blinden Bartimäus ins Spiel. Laut ruft dieser nach Jesus. Auch die Menschenmenge konnten ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen. Schließlich lässt Jesus nach Bartimäus rufen. Und die Menschen bestärken den Blinden aufzustehen und zu Jesus zu gehen. „Das brauchen wir heute so dringend, dass Menschen uns zusprechen ‚Hab Mut, steh auf‘. Das ist die Aufgabe eurer Patinnen und Paten, dass sie euch ermutigen. Euch aufzeigen, dass ihr mehr Talente und Fähigkeiten habt, als ihr es selbst wisst“, betonte Abt Michael „Unsere Aufgabe als Christen ist es uns gegenseitig den Mut zuzusprechen, dass wir uns engagieren und die frohe Botschaft Jesus weitertragen.“
Zur Firmung galt es schließlich tatsächlich für die 15 jungen Menschen aufzustehen. Bei der Tauerneuerung waren die Jugendlichen aufgefordert, bewusst dem Bösen zu entsagen. Denn, so Abt Michael, das Böse sei etwas ganz Reales in unserer Welt und es brauche Menschen, die sich dem entschieden entgegenstellen. Das Taufbekenntnis beinhaltet zudem die direkte Zusage an das Gute, an die Hoffnung und an Gott. Mit ausgestreckten und geöffneten Händen bekräftigten die Firmlinge ihre Zu- und Absage. Die Wirkung der anschließenden Handauflegung verglich Abt Michael mit einer Dusche, durch die der Heilige Geist auf die Firmlinge herabströme. Die Salbung mit Chrisamöl beschrieb er als etwas Dauerhaftes – ähnlich wie ein Tattoo, das nicht mehr verschwindet. Auch wer sich später vom Glauben entferne, bleibe dennoch von Gott getragen.
Bei zehn Terminen hatten sich die Schülerinnen und Schüler auf die Firmung vorbereitet. Dabei kamen Vielfältige Themen zur Sprache. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit Fragen wie „Wie ist meine Beziehung zu Gott?“, „Was bedeutet Kirche für mich?“ oder „Wie geht Glaube?“. Besonderer Höhepunkt war ein gemeinsames Wochenende auf dem Winkelhof. Dort gestalteten die Firmlinge ihre eigene Kerze. Gemeinsame Gespräche, Freizeitaktivitäten und eine Andacht rundeten das Programm ab. In der letzten Einheit lud Abt Michael die acht Mädchen und sieben Jungen in die Abteikirche ein. Die Vorbereitung der Termine übernahmen Katja Pohl, Seraphina Gegner und Br. Melchior Schnaidt.
Die Firmung gehört zu den sieben Sakramenten der katholischen Kirche. Sie stärkt junge Menschen durch die Gabe des Heiligen Geistes in ihrem Glauben und begleitet sie auf dem Weg ins Erwachsenenleben. In der katholischen Tradition gilt die Firmung als wichtiger Schritt vom Kind zum erwachsenen Christen.










