Kochen für das Kloster
Neigungskurs Kochen bereitet Mittagessen für die Abtei zu
Zehn Schülerinnen und ein Schüler haben sich im zurückliegenden Schuljahr für den Neigungskurs „Kochen“ entschieden. Unter professioneller Anleitung konnten sie sich einmal die Woche nach Herzenslust in der Klosterküche am Herd austoben. Jetzt stand der krönende Abschluss an. Gemeinsam bereitete die Gruppe das Mittagessen für die komplette Abtei zu.
Das Menü
- Vorspeise: Leberknödelsuppe
- Hauptgang:
Saltimbocca vom Hähnchen an Thymian-Rahmsauce und Tagliatelle oder
Egbert-Bratlinge mit Kartoffel-Erbsenpüree
dazu Ratatouille und Salatbuffet - Nachspeise: Solero-Dessert
Keine Lust zu Kochen? Bei den Schülerinnen und Schülern, die den Neigungskurs gewählt haben, sieht das ganz anders aus. Dabei ist das Angebot bei den Wahlfächern groß und reicht von Basketball über Chorgesang bis hin zu Holzarbeiten. Was hat die jungen Leute in die Küche gezogen? „Meine Eltern kochen beide richtig gut. Daher habe ich mich für den Kurs entschieden, damit ich das auch mal so hinbekomme“, erzählte Sonja. Linnea, Karla und Amelie standen schon öfters am Herd. So ganz überzeugend war das Ergebnis bislang nicht. Also nutzten die drei die Gelegenheit, um von Profis zu lernen.
Für Küchenleitung Anne Stöcklein ist der Kurs eine Herzensangelegenheit. „Das ist eine tolle Chance, um den Jugendlichen zu zeigen, wie einfach sich leckeres Essen ohne Convenience-Produkte zubereiten lässt. Ein Kochkurs am Gymnasium ist zudem nicht selbstverständlich. Daher nehmen wir uns gerne die Zeit für die Schülerinnen und Schüler“, erklärte die Küchenchefin. Sie und ihr Team begleiteten auch dieses Mal mit Rat und Tag, wenn jede Woche ein neues Menü auf dem Programm stand. Dabei konnte die Klosterküche mit ihrer besonderen Ausstattung punkten. Alles ist eine Dimension größer. Der Suppenkessel fasst 100 Liter, in der Kipppfanne passen 30 Schnitzel gleichzeitig und der Stabmixer ist fast einen Meter hoch. Das macht das Kochen nicht nur ein bisschen „cooler“ als zu Hause, sondern war wichtige Voraussetzung für den Ausstand der Gruppe.
Denn zum Abschluss durfte der Neigungskurs das Mittagessen für das komplette Kloster zubereiten. Das beinhaltete neben dem Mönchskonvent und der Schulmensa auch die Mitarbeitenden-Kantine sowie das Gästehaus. So kamen schnell rund 300 Essen zusammen. Zudem hatte Anne Stöcklein ein anspruchsvolles Menü eingeplant. Bereits um 8.00 Uhr fiel der Startschuss, damit das Essen mittags pünktlich serviert werden konnte. Auch beim letzten Termin galt, dass sich Herausforderungen am besten im Teamwork schultern lassen. In Gruppen aufgeteilt, führten die Schülerinnen und Schüler mit großer Sorgfalt die ihnen zugeteilten Tätigkeiten aus.
Sonja und Mira waren für das Fleisch zuständig. Auf dem Speiseplan stand Saltimbocca vom Hähnchen. Dabei übernahmen sie alle Aufgaben: würzen, Salbeiblatt platzieren und mit Schinken umwickeln. Schließlich ging es an die große Kipppfanne, wo das Fleisch gebraten wurde. Ähnlich lief es bei Amelie, Karla und Linnea ab, die sich um die vegetarische Alternative kümmerten. Für die Egbert-Bratlinge mussten Zucchini und Karotten vorbereitet und gemeinsam mit Quinoa zu einer Teigmasse verarbeitet werden. Anschließend war beim Formen Sorgfalt gefragt. Schließlich sollten alle Exemplare gleich groß geraten, bevor diese ins heiße Öl wanderten.
Gleichzeitig stand Nils am Suppenkessel. Während die Fleischbrühe bereits vor sich hinköchelte, hantierte er fleißig mit dem Löffel, um die Leberklößchen als Einlage zu formen. Auf der anderen Seite bearbeite Paula mit dem Stabmixer das Kartoffel-Erbsenpüree. Die Herstellung der Beilage für das vegetarische Essen forderte vollen Körpereinsatz. An der Kipppfanne hatte zwischenzeitlich ein Wechsel stattgefunden. Felicitas übernahm das Anbraten des Ratatouilles. Küchenprofi Christopher Graf gab noch einige Tipps, bevor es losging. So verriet er die ideale Reihenfolge der Gemüsesorten und was bei Würzen zu beachten sei, damit nicht die Paprika zu scharf und die Auberginen zu fad geraten.
Im Nachbarraum verlangte der Nachtisch volle Konzentration von Carla, Mia und Amalia. Hinter der Bezeichnung „Solero-Dessert“ verbarg sich die leckere Kombination aus Pfirsichen, Joghurtcreme und Fruchtpudding. Nachdem die einzelnen Komponenten fertig auf den Tisch standen, ging die Arbeit erst richtig los, denn das Dessert musste in Gläsern geschichtet werden. Per Waage stellten die Mädchen zum einen sicher, dass überall die gleiche Menge an Obst enthalten war. Zum anderen erwies es sich als gar nicht so einfach, die Creme einzufüllen, ohne den Rand zu bekleckern.
Neben den Herausforderungen bei der Zubereitung der einzelnen Gänge galt es, die Uhr im Auge zu behalten. Denn die fertigen Speisen sollten rechtzeitig in Schule, Konvent, Kantine und Gästehaus auf dem Tisch stehen. Außerdem musste, so hatte es die Gruppe von den Profis gelernt, nach dem Kochen der Arbeitsplatz noch gereinigt werden. Ein finales Highlight erwartete die Grupp in der Schulmensa: sie durfte das Essen selbst ausgeben. Am Ende des ereignisreichen, hektischen Tages waren sich alle einig. Die Wahl des Neigungskurses Kochen hatte sich als richtig erwiesen.













