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Kochkunst trifft Kräuterexpertise

In der Küche mit Br. Joel und Br. Joseph

Br. Joel und Br. Joseph zeigen, dass gesundes Essen auch lecker sein kann. Mit ihrem dreitägigen Kurs beschreiten die beiden Mönche neue Wege im Kursprogramm. Bei der Premiere standen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber nicht nur am Herd. Sie konnten darüber hinaus erfahren, wie spirituelle Erfahrung auch mit unserem Essen verbunden ist.

Beim Besuch in der Münsterklause herrscht reges Treiben. Menschen sitzen an Tischen und schnippeln Paprika und Auberginen in Würfel. Eine Teilnehmerin entfernt beim Knoblauch die Schale. In der Küche unterhalten sich zwei Frauen, während sie Tomaten würfeln. Mitten in der Gruppe bewegen sich Br. Joel und Br. Joseph. Sie verteilen Aufgaben, beantworten Fragen und schauen, dass alles reibungslos läuft.

Der Kurs unterscheidet sich vom üblichen Angebot im Gästehaus. Wie ist die Idee dazu entstanden? „Das benediktinische Mönchtum legt Wert auf gesundes und gutes Essen. Da kam der Gedanke, einen Kurs anzubieten, bei dem wir Speisen zubereiten, die unsere Küche vor Ort prägen“, erläutert Br. Joel. Br. Joseph ergänzt: „Wir kochen dabei saisonal und regional. Zudem soll ein Bezug zu frischen unverarbeiteten Nahrungsmitteln hergestellt werden.“ Die beiden Mönche bringen außerdem ihre ganz persönlichen Stärken ein. Br. Joel ist leidenschaftlicher Koch und verfügt über das Know-how bei der Zubereitung der Speisen. Br. Joseph steuert den ernährungsmedizinischen Part bei und informiert über Inhaltsstoffe und Wirkung von Kräutern.

Einen Teil des Kurses verbringen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der frischen Luft. Dabei ernten und sammeln sie viele der Zutaten für die Mahlzeiten direkt im Klostergarten. Mit dazu gehört auch eine kleine Kräuterkunde. Neben Bestimmung und Einsatzmöglichkeiten von Pflanzen geht es darum, wie das Aroma von Kräutern bei den Speisen richtig zur Geltung kommt. Der Hauptteil des Seminars findet allerdings in der Küche statt. Dort bereiten die Teilnehmenden Mittag- und Abendessen für die Kurstage zu. Auf dem Speiseplan stehen unter anderem ein mediterraner Gemüseeintopf, Penne mit Walnuss-Basilikum-Pesto sowie ein grüner Salat mit Wiesenkräutern.

Auf dem Herd köchelt das Ratatouille für das letzte Mittagessen. Der Duft von angedünsteten Zwiebeln und Knoblauch zieht durch die Küche. Br. Joel kümmert sich um die Lammlachse, während Br. Joseph mit einer Teilnehmerin Tofu-Würfel formt. Die Frauen und Männer bedauern, dass der Kurs bereits zu Ende geht. Bernd ist praktisch Stammkunde im Gästehaus und hat sich sehr über das neue Angebot gefreut. „Es ist schön, mal etwas Anderes auszuprobieren. Die Gruppe hat sehr gut harmoniert. Wir haben uns gegenseitig geholfen und es war eine tolle Sache, gemeinsam zu kochen“, erzählt er. Klaus ergänzt, ihm habe der Besuch des Kräutergartens beeindruckt. Überhaupt sei es spannend gewesen, direkt dort zu sein, wo unsere Nahrungsmittel entstehen. Christine findet die Verbindung von Kochen auf der einen, und Impulse zu Ernährung auf der anderen Seite gelungen.

Auch Ulrike zeigt sich begeistert. „Ich bin zu Hause von Kräutern umgeben, habe aber nicht so recht gewusst, was ich damit machen kann. Zudem war ich neugierig auf das Kloster“, berichtet sie. Neben der familiären Atmosphäre und dem leckeren Essen hat ihr auch der Einblick in die Abtei gefallen. Denn auch die spirituellen Facetten der Ernährung war Bestandteil des Kurses. Mit dem Impuls „Gott und Gaumen“ gab es Einblicke in die biblische Bedeutung von Essen. Das Thema Mahlgemeinschaft mit Jesus kam ebenfalls auf den Tisch. Darüber hinaus beantworteten die beiden Mönche Fragen zum benediktinischen Leben und luden zu den Gebetszeiten im Kloster ein. Genau wie ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter ist Ulrike sich einig. Bei einer Neuauflage des Kurses wäre sie auf jeden Fall wieder dabei.