Konzert zur Fastenzeit zieht Publikum in den Bann
Werk von Petr Eben erlebt Premiere in der Abteikirche
Eine Premiere hat das Konzert der Abtei Münsterschwarzach am 1. März geboten. Auf dem Programm stand „Das Labyrinth der Welt und das Paradies der Herzen“. Der Orgelzyklus des tschechischen Komponisten Petr Eben erklang zum ersten Mal in der Region Für eine gelungene Umsetzung sorgten Stephan Emanuel Knauer (Orgel) und Manfred Bühl (Sprecher). Das Werk erwies sich als fulminantes, aber auch anspruchsvolles Konzerterlebnis.
Die Musik Ebens, die er 2003 komponierte, traf dabei auf Texte aus dem Jahr 1631. Grundlage bildet der gleichnamige Roman des böhmischen Theologen, Pädagogen und Philosophen Johann Amos Comenius. In diesem verarbeitete er den Verlust seiner Familie während des Dreißigjährigen Kriegs. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erwartete ein facettenreiches Wechselspiel zwischen Orgelklängen und Rezitationen der bildhaften Texte.
Thematisch steht die Reise eines Pilgers und seine Sinnsuche im Mittelpunkt. Dabei durchwandert er das Labyrinth der Welt, das von Chaos, Irrungen und Eitelkeiten geprägt ist. Er erkennt die Sinnlosigkeit des irdischen Strebens. Wahrheit und Frieden findet der Pilger, nachdem er sich Gott in seinem Herzen zugewandt hat. Die Texte erweisen sich dabei als bemerkenswert modern. Der entlarvende Blick auf Ignoranz und Oberflächlichkeiten lässt sich mühelos auf das aktuelle Zeitgeschehen übertragen.
Besonders beeindruckte die musikalische Umsetzung. Stephan Emanuel Knauer nutzte dafür die ganze Bandbreite, die ihm die Orgel in der Abteikirche bot. Gekonnt griff er die von Manfred Bühler vorgetragenen Inhalte auf. Bei der musikalischen Übersetzung deckte er alle Tonalitäten ab – von melodisch sanft bis dissonant bedrohlich. Das Publikum wurde völlig in den Bann gezogen. Am Ende des Konzertes herrschte ergriffene Stille, bevor die Künstler mit überschwänglichem Applaus bedacht wurden.
„Die Aufführung von ‚Das Labyrinth der Welt und das Paradies der Herzen‘ passt wunderbar in die Fastenzeit“, erklärte P. Dominikus Trautner. Er hatte das Konzert in der Abteikirche Münsterschwarzach organisiert. „Der Irrweg des Pilgers und seine Suche nach innerer Einkehr – das Werk spiegelt Themen wider, die uns in der vorösterlichen Zeit beschäftigen. Darüber hinaus war es uns eine große Freude, dem selten gespielten Orgelzyklus eine Bühne zu bieten.“










