Zum Hauptinhalt springen

Mehr Durchblick dank des Bundesfreiwilligendienstes

Jonas Zeit als Freiwilliger in Münsterschwarzach

Jonas absolviert aktuell den Bundesfreiwilligendienst in der Abtei Münsterschwarzach. In einigen Wochen endet seine Zeit. Gemeinsam mit uns wirft er einen Blick zurück. Wie kam er ins Kloster? Was hat er vor Ort erlebt? Welche Erfahrungen kann er mitnehmen?

Der Start ins Berufsleben verläuft für Jonas klassisch. Nach dem Abitur macht er eine Ausbildung im Handwerk. Anschließend entscheidet er sich für ein Studium als Bauingenieur. Doch er merkt schnell, dass das nicht das Richtige für ihn ist. Er kehr zurück ins Berufsleben, kommt aber nicht wirklich in der neuen Firma an. Jonas fühlt sich wie auf einem Abstellgleis.

Doch er lässt sich nicht entmutigen. Er geht in sich und prüft, was ihm wichtig ist. Ganz oben steht der Wunsch, sich beruflich neu zu orientieren. Ein weiteres Thema: er möchte seinen Glauben stärker im Alltag verankern. Und dann ist da noch die vage Idee, sich irgendwie zu engagieren. In dieser Situation berichtet seine Tante von einem Aufenthalt in einem Benediktinerkloster in Österreich. Ein Funke springt über und Jonas fängt an zu recherchieren. Er muss nicht lange suchen. Eines der ersten Suchergebnisse im Internet ist der Bundesfreiwilligendienst in der Abtei Münsterschwarzach.

Am Anfang gibt es noch einige Bedenken. „Das Kloster ist drei Stunden von meinem Heimatort entfernt. Das hat mich zuerst etwas abgeschreckt“, gesteht Jonas. „Ich war mich auch nicht ganz sicher, was mich im Kloster erwartet.“ Eine Probewoche hilft, die Zweifel aus dem Weg zu räumen. Er lernt die Leute kennen und bekommt einen Einblick in die Arbeit. Schnell steht fest, dass es passt.

Jonas handwerkliches Geschick erweist sich als Pluspunkt. „Aktuell arbeite ich zur Hälfte in der Hausmeisterei. Ich kümmere mich um die Landschaftspflege, mähe Rasen, gieße und lege Beete an. Auch der Transport von Möbeln oder kleinere Reparaturen gehören dazu“, berichtet er. „Der zweite Teil meiner Arbeit ist in der Voltigierhalle und im Pferdestall. Das beinhaltet das Füttern und Entmisten, aber auch den Platz in der Halle oder die Pferdekoppel in Ordnung zu halten.“

Die Entfernung ist kein Thema mehr. Jonas lebt in der Bufdi-WG. Jeder hat ein eigenes Zimmer. Bad, Küche und Wohnzimmer teilt sich die Gruppe. Für die Verpflegung ist ebenfalls gesorgt. Mittags isst Jonas in der Kantine. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über die Klosterküche Lebensmittel zum Kochen zu bestellen.

Mit zum Bundesfreiwilligendienst gehören auch Seminartage, die regelmäßig extern stattfinden. Dort treffen sich díe Freiwilligen zum Austausch, Innehalten und zum Ausbau der eigenen Kompetenzen. „Am Anfang war ich ein bisschen skeptisch, was mich dort erwartet“, erzählt Jonas. „Aber schnell habe ich gemerkt, dass diese Tage richtig cool sind. Die Leute waren in derselben Situation wie ich. Daraus hat sich ein tolles Gemeinschaftsgefühl ergeben.“

Was nimmt Jonas mit, nachdem sich der Dienst dem Ende entgegenneigt? „Ich habe sehr viel über mich selbst gelernt. Mein Umgang mit anderen Menschen hat sich geändert. Zudem habe ich erkannt, dass Leben mehr als Arbeit ist. Ich bin jetzt viel entspannter“, erklärt er mit einem Lachen. Sehr positiv empfindet er auch die Offenheit der Mönche. Jeden Dienstag laden diese die Freiwilligen zum Abendessen ein. Zudem weiß er die besonderen Einblicke ins Kloster, die andere Menschen nicht haben, sehr zu schätzen. Bleibt noch die Frage, ob Jonas sich noch einmal für den Bundesfreiwilligendienst in Münsterschwarzach entscheiden würde. Sein Fazit: „Auf jeden Fall!“

Fünf wichtige Fakten zum Bundesfreiwilligendienst in der Abtei Münsterschwarzach

    • Das Angebot richtet sich an Menschen im Alter von 18 bis 27 Jahren.
    • In der Regel dauert der Bundesfreiwilligendienst 12 Monate in der Abtei.
    • Der Dienst kann in der Gärtnerei, Hausmeisterei (mit Pferdestall), Krankenpflegestation oder im Gästehaus geleistet werden.
    • Die Freiwilligen erhalten ein Taschengeld, zudem stellt die Abtei Verpflegung und Unterkunft.
    • Zum Bundesfreiwilligendienst gehören außerdem 25 Seminartage über das netzwerk-m.