
P. Meinrad zum 80. Geburtstag
Am 21. März 2026 hat P. Meinrad Dufner OSB seinen 80. Geburtstag gefeiert. Gegensätze und Wendungen begleiten ihn bis heute. Doch der Vater als Vorbild und sein Glaube haben ihn bestärkt, selbstbewusst dem eigenen Weg zu folgen. Immer im Fokus dabei: die ganz persönliche Sehnsucht.
Schon früh lernt er, dass Kontraste zum Leben dazu gehören. Das Elternhaus, in dem er als sechstes und jüngstes Kind aufwächst, ist traditionell katholisch, aber auch sehr weltnah. Er liebt die Fastnacht in seiner Heimat, dem Schwarzwald. Gerne trägt er die traditionellen Holzmasken und mischt im bunten Treiben mit. Im ersten Jahr als Ministrant darf er aber beim Narrenmarsch nur zusehen.
Der Vater betreibt ein eigenes Unternehmen. Von einem Mitarbeiter erhält P. Meinrad einen Traktor aus Holz, in der Fabrikhalle läuft er Rollschuh. Neben der unbeschwerten Kindheit prägt ihn sein Vater als Rollenmodell. Dieser hat sich vom Lumpensammler zum Fabrikanten hochgearbeitet. Immer wieder aufstehen und weitermachen, das ist eine Lektion, die P. Meinrad mitnimmt. Es sind aber vor allem die menschlichen Qualitäten, die bis heute nachwirken. Zum Beispiel, dass der Vater sich schützend vor seinen Jungen stellt oder bei Fehlern nie nachtragend ist.
Mit elf Jahren geht es ins Internat in die Heimschule Lender in Sasbach. Während seiner Schulzeit kommt P. Meinrad in Kontakt mit der Abtei Münsterschwarzach. Eine Veranstaltung dort hinterlässt Spuren. Da ist diese Gewissheit „Ich bin geliebt“. Daraus wächst der Wunsch, ins Kloster einzutreten. Bei der Anmeldung merkt er, dass er sich wie zu Hause fühlt. Vieles in Münsterschwarzach erinnert ihn an das Firmengelände, auf dem er groß geworden ist. Gleichzeitig ist die erste Zeit von Orientierungslosigkeit geprägt. Was das Leben im Kloster bedeutet, lernt er nach und nach.
Doch P. Meinrad kommt an. Nach dem Noviziat legt er die zeitliche Profess ab. Er studiert Philosophie in St. Ottilien und Theologie in Würzburg. Vor dem ewigen Gelübde folgt die nächste Wendung. Der große Schritt macht ihn unsicher, er bittet um eine Auszeit. P. Meinrad geht nach Bonn. Dort studiert er Vergleichende Religionswissenschaften, Soziologie – und das Leben. Mit seinem VW Käfer ist er viel unterwegs, auch ein Israel-Aufenthalt fällt in diese Zeit.
Nach eineinhalb Jahren kehrt er in die Abtei zurück. Anfangs steht die Entscheidung auf wackligen Beinen. Doch es wächst die Gewissheit, am richtigen Platz zu sein. Nach der ewigen Profess folgen verschiedene Stationen. Zuerst arbeitet P. Meinrad in der Schule in Münsterschwarzach. Dort unterrichtet er Religion, später auch Kunsterziehung. Nach einem Zwischenstopp in Würzburg als Internatsleiter kümmert er sich 13 Jahre lang als Novizenmeister um den Nachwuchs im Kloster. Fast 30 Jahre ist das Recollectio-Haus sein Einsatzort. Hier arbeitet er als geistlich Begleiter therapeutisch und kreativ mit Menschen.
Prägend für die Tätigkeit im Recollectio-Haus ist seine Zeit in der Existentialpsychologischen Bildungs- und Begegnungsstätte in Rütte. Dort beschäftigt er sich in den 1970-er Jahren unter anderem mit Zen-Meditation, Körperarbeit und geführtem Zeichnen. Das erworbene Wissen fließt auch heute in seine Werkstatt-Exerzitien ein. Menschen entdecken dort spielerisch, was ihre Seele beschäftigt.
Dann ist da noch die Kunst. Immer wieder hat sie sein Leben gestreift, doch das eigentliche Schaffen beginnt erst 1995. P. Meinrad richtet sich sein erstes Atelier ein, er malt Tag und Nacht. Ausstellungen und Außenaufträge folgen. Sein Schaffen ist vielfältig – ob Altarbild, Collage oder Skulptur. Kunst als Freiraum, um sich auszudrücken – das erlebt er als persönliche Kraftquelle. Sein Credo: Nichts wegwerfen, weil man aus allem etwas machen kann. Hier schließt sich der Kreis für P. Meinrad. In seiner Kunst fühlt er sich mit seinem Vater verbunden. Dem Lumpensammler, der auch aus kleinen Dingen etwas Großes geschaffen hat.

