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Neuer "Ruf in die Zeit": Phantasie - erhoffte Wirklichkeiten

Phantasie ist Leitthema der Mai-Ausgabe des Münsterschwarzacher "Ruf in die Zeit". Als das Heft konzipiert wurde, ging es darum, Grenzen des Vorstellbaren auszuloten und Freiräume des Denkens zu erschließen.Während der Drucklegung ereigneten sich dann weltweit Veränderungen, die die Grenzen des bis dahin Vorstellbaren weit überschritten, was unser Alltagsleben anbelangt. Phantasien führen in Träume – und in Albträume, heißt es im Editorial des neuen "Ruf". Es gilt, die Aufmerksamkeit beherzt auf das Gute zu lenken.

Das Dämonische als Ausdruck finsterer Phantasien war schon den Wüstenvätern des 3. und 4. Jahrhunderts präsent. Der Teufel will die Mönche erschrecken, auf dass sie von ihrem intensiven Gebetsleben ablassen – so schildert P. Fidelis Ruppert OSB in seinem Beitrag die Situation der Menschen um Antonius den Einsiedler. Was wir von ihnen lernen können: Nicht zurückweichen, sondern durchhalten! So beschreibt es der MünsterschwarzacherAltabt, der sich sein Leben lang mit der Gedankenwelt der Wüstenväter auseinandergesetzt hat. "Christus ist immer stärker als die Dämonen" lautet Botschaft. Gebet und Meditation schaffen ein starkes inneres Gegengewicht zu den Höllenphantasien.

Für Monsignore Jürgen Lenssen ermöglicht die Phantasie den Menschen einen Ausbruch aus dem vorhandenen System, hin zu einer "erhofften Wirklichkeit". Der emeritierte Würzburger Domkapitular zeigt sich fasziniert von den Möglichkeiten der Kunst, "Fenster zu öffnen" und damit eine "Spur zum Unbegreiflichen" zu legen. Vom Stamm der Makonde berichtet Br. BakanjaMkenda OSB aus Tansania, der in seinen Kunstschnitzarbeiten gute wie böse Geister darstellt. Br. Bakanja, der Psychologie, Philosophie und afrikanische Kultur studiert hat, geht dabei auch auf die Rolle der Kunst im sozialen Leben afrikanischer Stämme ein. Bei aller Vielfalt der Makondekunst stellt er fest: Gott wird dort nicht dargestellt. Er entzieht sich jeder Vorstellungskraft.

Dass selbst die angeblich so nüchterne Naturwissenschaft auf Phantasie angewiesen ist, zeigt P. Christoph Gerhard OSB anhand der modernen Physik. Einstein und Heisenberg engen durch ihre Erkenntnisse die Vorstellung von Gottes Schöpfung nicht ein. Eher sprengen sie damit alle Grenzen des Vorstellbaren. Der Cellerar der Abtei Münsterschwarzach beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Astronomie und entdeckt dabei immer neue Wunder der Natur.

"Mönch ist kein Auslaufmodell" ist schließlich ein Bericht im "Ruf" überschrieben, der vom Abteisymposium anlässlich des 75. Geburtstags von P. Anselm Grün OSB handelt. "Was hilft in existentiellen Lebenskrisen?" wird dort gefragt. Die Frage ist aktuell, so aktuell wie eh und je. Die Antwort auch: Die Regel des heiligen Benedikt kann eine große Hilfe sein. Die Weisheiten der Wüstenväter sind schon angesprochen worden. P. Anselm selber legt in seinem geistlichen Wort für den "Ruf in die Zeit" dar, wie Phantasiereisen Auswege aus Lebenskrisen aufzeigen können. Er ist da einig mit Corinna Paeth, die im "Ruf"-Interview auf Fragen zur Psychologie und Phantasie antwortet.

Vorgestellt wird in dem Heft auch wieder ein Münsterschwarzacher Hilfsprojekt. Mit viel Phantasie und Hartnäckigkeit ist es den Benediktinern gelungen, in Kuba eine kleine Mönchsgemeinschaft in einer Containersiedlung zu etablieren. 35 Kilometer von der Hauptstadt Havanna entfernt wollen Mitbrüder dort nun ein kleines Kloster errichten, als Ort, der geistliches Auftanken möglich macht. Jede Spende trägt zum Gelingen dieser Pioniertat bei.

Thema in der Juli-Ausgabe des "Ruf in die Zeit" wird sein: Welche Botschaften hat der christliche Glaube, hat die Benediktregel, haben die Missionsbenediktiner für die Herausforderung des gegenwärtigen Lebens? Wie gehen wir mit Gesundheit und Krankheit, mit Leben und Sterben in verschiedenen Teilen der Welt um?

Der „Ruf in die Zeit“ erscheint vier Mal im Jahr und vertieft aktuelle Themen. Zugleich informiert das Magazin über Hilfsprojekte der Missionsbenediktiner sowie über Neues aus der Abtei Münsterschwarzach. Der "Ruf in die Zeit" wird kostenfrei an Freunde und Spender verteilt. Im Internet ist er als Pdf abrufbar.

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