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Predigten

Predigt zur Feierlichen Profess von Br. Jan Nepomuk

Br. Jan Nepomuk Heil OSB kniet

Predigt von Matthias Rux, Jugendseelsorger im Bistum Limburg

Liebe Festgemeinde,
liebe Geschwister im Glauben,

am heutigen Sonntag endet mit dem Fest „Taufe des Herrn“ die Weihnachtszeit und gleichzeitig beginnt biblisch betrachtet die Zeit des öffentlichen Auftretens und Wirkens Jesu.

Am heutigen Sonntag beginnt auch für Bruder Jan Nepomuk eine neue Zeit.

„Es hat hier einfach gepasst“ – dieser Satz von ihm hat mich beschäftigt und ich finde, es verbindet die heutigen Inhalte – Taufe des Herrn und feierliche Profess – hervorragend miteinander.

Bei der Taufe Jesu scheint auch alles einfach gepasst zu haben, denn Gott versichert hier persönlich „Du bist mein geliebter Sohn“.

Welch eine Aussage und Zusage zugleich. Doch was bedeutet dies denn konkret?

Gott spricht Menschen sein Vertrauen aus und sendet sie in die Welt als seine geliebten Töchter und Söhne. Durch andere Menschen erfahren wir etwas von Gott, weil er sie in die Welt sendet und ihnen vertraut, obwohl er weiß, wie wir als Menschen sind. Obwohl er weiß, dass wir nicht immer korrekt handeln und Fehler machen. Gott hat dieses Vertrauen und er beruft immer wieder Menschen in seinen Dienst und gibt ihnen die Zusage seines Beistands.

Sichtbar wird dies bei der Taufe Jesu als der Geist Gottes vom Himmel wie eine Taube auf diesen Jesus herabkommt und sich auf ihn senkt. Er ist der Auserwählte und an ihm hat Gott Wohlgefallen. Er ist damit auch der Gesandte, um als Sohn die Botschaft des Vaters zu verkünden und authentisch zu leben. Jesus ist dort, wo Gott handelt und wird somit zum sichtbarsten und authentischsten Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen.

Doch die Zusage Gottes gilt nicht nur Jesus. Uns allen, jeder und jedem einzelnen gilt die Zusage Gottes: Du bist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn und an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Das ist eine unglaublich starke Botschaft für uns. Wir wissen, dass wir geliebt sind. Wir wissen, dass Gott uns so annimmt wie wir sind. Diese Botschaft ist aber nicht nur eine Zusage an uns, sondern beinhaltet auch, dass wir als Gottes geliebte Kinder in die Welt gesandt sind, um dort Zeugnis abzulegen.

Wir sollen, wie Jesus, die Botschaft Gottes verkünden und authentisch vorleben. Nicht nur selektiv und wenn es uns gerade in den Kalender passt, sondern immer und immer wieder. Gott setzt sein Vertrauen immer wieder in uns, damit wir als seine Gesandten auch erkennbar sind und ihn in der Welt bezeugen.

In der Lesung aus dem Buch Jesaja haben wir den Satz gehört: „Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze, das ist mein Erwählter“. Dieses Motiv setzt hier bei Jesaja bereits an und erfüllt sich in Jesus, aber eben nicht nur in ihm, sondern auch in uns allen. Wir dürfen gewiss sein, dass wir geliebte Kinder Gottes sind, aber auch, dass wir uns darauf nicht ausruhen dürfen, sondern erkennbar so leben und handeln und als seine Gesandten in dieser Welt auftreten. Genau das traut uns Gott zu und darin legt er immer wieder sein Vertrauen in uns.

Ganz besonders trifft diese Sendung auch auf dich zu lieber Bruder Jan Nepomuk. Mit deiner feierlichen Profess heute, setzt du ein sichtbares Zeichen, dass du diese Sendung Gottes für dich gespürt hast und dich als von Gott geliebter Sohn erkennst.

„Es hat einfach gepasst“ –, ob dir damals, als wir gemeinsam in der Schulbank saßen, wohl bereits ein wenig klar war, wohin dich dein Weg führen würde? Ich erinnere mich an viele Momente, die rückblickend wie kleine Hinweise sein könnten. Ich erinnere mich an gute Gespräche, aber auch an mitternächtliche Debatte wie heute gelebter Glaube aussehen müsste und an unzählige gesellige Abende.

Deine Leidenschaft für andere Menschen zeigt sich in deinem Engagement in der Feuerwehr und zeichnet dich ebenso aus, wie die große Freude, wenn es in die Achterbahnen des Europa-Parks geht oder mit einer Ministrant*innengruppe ins sommerliche Rom.

Bis heute hast du viel Kontakt zu deinen Freund*innen im Taunus, bist bei der Kerb in Weiskirchen dabei und hilfst, wo es nur geht mit. Ja, einfach nur da sitzen war noch nie so deins – helfen, anpacken und Verantwortung übernehmen sind deine Charismen und oft gibt’s am Ende noch ein Glas Apfelwein – ein bisschen was von der hessischen Kultur hast du auch hierher mitgenommen.

Heute wirst du dich bei deiner feierlichen Profess und mit Ablegung der ewigen Gelübde für deine Lebenszeit an diesen Ort und diese Gemeinschaft binden. Du erhältst sämtliche Rechte und Pflichten und bist ab diesem Zeitpunkt Vollmitglied des Konvents und lebst auf Lebenszeit dort. Es ist diese Gemeinschaft und dieser Ort an dem du als geliebter Sohn Gottes deine Sendung in die Welt leben wirst. Wie du dies gestaltest und wie du deine Sendung hier verwirklichen willst, das hast du in den letzten Jahren bereit gezeigt und gelebt. Insbesondere in der Jugendarbeit und der Arbeit mit Jungen Menschen zeigen sich deine Stärken.

Für all das hast du dich entschieden, weil es einfach gepasst hat! Du hast hier, den Ort gefunden, den Gott für dich vorgesehen hat und das merkt man dir an. Man merkt es, wenn du Gäste durch die Abtei führst (wie die Schüler*innen der KFJ in den Klostertagen) und von deinem Leben hier berichtest, und zwar so, dass dir die Schüler*innen lange zuhören möchten und endlich mal Fragen stellen können und dürfen. Man merkt es, wenn du begeistert von Plänen und Ideen erzählst, während man über Stunde lang in der Warteschlange zur nächsten Achterbahn steht. Man merkt es, wenn man dich bei der Kerb in Weiskirchen trifft, wo du dazu gehörst, als wärst du immer da gewesen. Es sind diese Momente in denen du – vielleicht auch ganz unbewusst – immer wieder ein authentisches Zeugnis für deine Sendung als getaufter Christ abgibst.

Man spürt deine Begeisterung für diesen Ort, für diese Gemeinschaft und für diesen Glauben – behalte dir das bei, das ist ansteckend, faszinierend und ein sichtbares, erlebbares Zeichen.

Liebe Geschwister im Glauben,

Die Taufe Jesu ist der Beginn seines öffentlichen Wirkens, weil er sich ganz in die Sendung Gottes stellt. Deine feierliche Profess, lieber Bruder Jan Nepomuk hier möge auch für dich der Tag sein, an dem Du eine Sendung spürst und wie Jesu damals am Jordan merkst: Ich bin ein geliebter Sohn Gottes und in seiner Sendung möchte ich stehen, denn hier hat es einfach gepasst.

Amen.